Wirtschaft : Aktienmarkt: Keine rasche Trendwende an den Börsen

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Die Perspektiven der internationalen Finanzmärkte hängen vor allem davon ab, wie hart die Landung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten ausfällt und wie rasch die US-Flaute überwunden werden kann. Davon ist Rolf-E. Breuer, Sprecher der Deutschen Bank, überzeugt. In einem Gespräch mit dem Handelsblatt sagte der Chef der führenden deutschen Finanzgruppe: "Alles steht und fällt mit der Entwicklung in den USA. Ich habe Zweifel, ob die Möglichkeiten der US-Notenbank Fed und der Regierung in Washington ausreichen, um einen steilen Wiederanstieg der Konjunktur zu bewerkstelligen."

Nach Einschätzung Breuers hat Fed-Chef Alan Greenspan mit den zwei Leitzinssenkungen um jeweils 0,5 Prozent im Januar binnen weniger Wochen bereits "mächtig Pulver verschossen". Es gebe aber noch Spielraum für weitere Zinsschritte. Die Regierung des neuen US-Präsidenten George W. Bush werde zwar mit Steuersenkungen gegenzusteuern versuchen, denen sich auch die in der Opposition sitzenden Demokraten kaum widersetzen würden. "Aber die Demokraten können viel Sand ins Getriebe streuen", sagte Breuer. "Daher rechne ich nicht damit, dass die im Sommer zu erwartenden Steuersenkungen schnell ihre Wirkung entfalten." Es müsse viel passieren, um die US-Konjunktur wieder in Gang zu bringen. Die Wachstumserwartungen in Europa müssten daher nach unten korrigiert werden. Für die Aktienmärkte bedeute dies, dass der Weg "holprig" bleibe.

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