Wirtschaft : Aktientipp: Ciba ist zum Wachsen gezwungen

Vom 1. März an soll bei Ciba eine neue Organisation greifen: Die Ebene Divisonsleiter ist ersatzlos gestrichen. So glaubt der amtierende Chef Armin Meyer, das Unternehmen stärker auf Kunden auszurichten und Einsparungen in Höhe von 33 Millionen Euro bis 2002 erzielen zu können. Spezialchemikalien werden sehr schnell zu Massenware - und dann sinken die Preise. Deswegen legt Meyer Wert auf Innovationen und neue Technologien. Künftig sollen bis zu 25 Prozent der Umsätze durch neue Produkte erzielt werden. Zukäufe finden nur in kleinem Rahmen von einigen hundert Millionen Euro statt. Schuld daran ist der Erwerb des britischen Wasserchemiespezialisten Allied Colloids 1998 für fast 2,3 Milliarden Euro. "Viel zu teuer", urteilten damals Analysten. Sie hatten Recht, denn erst durch die Abgabe der Perfomance-Polymers-Divison für 1,2 Milliarden Euro im Mai 2000 und mit dem Verkauf von Beteiligungen an dem Unternehmen Hexcel für etwa 150 Millionen Euro im Dezember 2000 konnten die Verbindlichkeiten verringert werden. Dennoch steht Ciba mit 2,7 Milliarden Euro Verbindlichkeiten tief in der Kreide. Daher können die Baseler die Börse nur mit guten Zahlen von sich überzeugen. Ein Anfang wurde mit den 2000er-Zahlen gemacht: 5,15 Milliarden Euro Umsatz und 294 Millionen Euro Nettogewinn. Wird dieser Trend fortgesetzt, so kann sich Ciba langsam aus der Verschuldung befreien. Nur so ist Meyers ehrgeiziges Ziel zu deuten, ab 2002 pro Jahr um sechs Prozent zuzulegen - was deutlich über den Marktaussichten liegt. Für 2001 prognostizierte Meyer nur zwei Prozent Wachstum. Mit der neuen Konzernstruktur alleine ist es eben nicht getan.

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