AKTION : "Börsenkrieger" räumen ab

Binnen zweier Monate haben zwei Gesamtschüler gut 4000 Euro verdient.

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Auf dem Weg nach oben. Sultan Demirovic (li.) und Seyitcan Gercek von der Heinrich-Mann-Schule in Neukölln liegen noch auf Rang...

Berlin - In acht Wochen 4000 Euro verdienen – nicht schlecht für einen 14-Jährigen. Sultan Demirovic ist das gemeinsam mit Teamkollege Seyitcan Gercek gelungen. Beide haben seit dem 5. Oktober aus einem fiktiven Startkapital von 50 000 Euro 54 081 Euro gemacht. Damit belegen die Neuköllner Schüler, die sich als Team die „Börsenkrieger“ nennen, im Planspiel Börse unter den Berliner Teilnehmern Platz zwei. Geschlagen wurden sie nur vom Team HoLiJu, das bereits in der Vorwoche an der Spitze lag.

Das Planspiel Börse läuft bis zum 15. Dezember. Bis dahin können die Teilnehmer ihr Startkapital in 175 verschiedene Wertpapiere investieren. Dann wird abgerechnet. In Berlin nehmen 556 Teams teil. Die Mannschaft mit dem höchsten Depotwert erhält 400 Euro Siegprämie. Insgesamt werden 5000 Euro auf die Besten verteilt – das ist dann kein Spielgeld mehr.

Aktien von Adidas, BASF, Bayer, K+S und Air Berlin haben die „Börsenkrieger“ im Depot – eine bunte Mischung. Gekauft haben sie Papiere, die viel in Bewegung waren, sagt Teamchef Sultan. Über die aktuellen Kurse informiert er sich unter www.planspiel-boerse.de. Derzeit sieht er Bayer, BASF und Adidas auf gutem Weg. „Ich finde es interessant, Aktien zu kaufen und hoffentlich gute Gewinne zu machen“, sagt Sultan, der in seiner Freizeit gerne Computerspiele spielt.

Es war Wolfgang Steiner, Sozialpädagoge an der Heinrich-Mann-Schule, der Sultan und Seyitcan zum Planspiel und damit erstmals mit der Börse in Kontakt brachte. Seit fast 20 Jahren gelingt es Steiner, junge Menschen zur Teilnahme zu bewegen. „Die erste Siegerurkunde, die ich hier habe, stammt aus dem Jahr 1990“, sagt Steiner. 13 Gruppen betreut er im aktuellen Spiel. „Die Schüler sind sehr neugierig, vor allem, weil man bei dem Spiel echtes Geld gewinnen kann.“

In drei Stunden erläutert der Sozialpädagoge zu Beginn die Grundzüge der Börse, „dass man mit Aktien viel Geld gewinnen, aber auch sehr viel Geld verlieren kann“. Er erklärt auch, wie wichtig es ist, die Prozentrechnung zu beherrschen. Und er nimmt ihnen die Berührungsangst mit der fremden Materie: „Ihr braucht am Anfang keine Ahnung zu haben, probiert es einfach aus“, sagt er und empfiehlt, sich Papiere von Unternehmen anzusehen, mit denen sie etwas anfangen können – McDonald’s, Sony oder Nokia.

Doch auch wenn Steiner nun gewissermaßen ein Profi ist, sein Depot – für Lehrer gibt es auch eine Spielrunde – hat sich schlechter entwickelt als das der Schüler. „Ich habe Commerzbank-Aktien gekauft, weil ich dachte, die kommen wieder in die Puschen. Aber ich habe mich geirrt.“ Sein Depot steht bei nur noch 47 000 Euro. „Zum Glück ist es nicht mein Geld“, sagt Steiner. Sultan wiederum wünschte, sein Spielgeld wäre sein Geld. Jetzt hofft er, dass er es gemeinsam mit Seyitcan vielleicht noch auf Platz eins schafft. vis

In Berlin kämpfen 556 Teams

um den Sieg

im Börsenspiel der Sparkassen.

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