Wirtschaft : Aktionäre kritisieren Viag

MÜNCHEN .Der Mischkonzern Viag setzt seine strategische Konzentration mit weiteren Verkäufen fort und will vom Jahr 2000 an steigende Gewinne verbuchen.Aktionäre warfen Vorstandschef Wilhelm Simson auf der Hauptversammlung dennoch fehlende Visionen nach der geplatzten Fusion mit der Schweizer Algroup vor: "Es bleibt der Beigeschmack einer Verlegenheitslösung, was uns jetzt als neue Strategie präsentiert wird", kritisierte Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) am Donnerstag in München.

Als jüngsten Schritt der Neuausrichtung verkündete Simson den Verkauf der Viag-Beteiligung am Speditionskonzern Kühne & Nagel.Das 30,3-Prozent-Paket geht an den Mehrheitsaktionär Klaus-Michael Kühne.Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.Die Viag gibt damit 2,4 Mrd.DM Umsatz ab.

Als Ausweg aus dem Tauziehen um den zum Verkauf stehenden 25-Prozent-Anteil bei dem baden-württembergischen Energieversorger EnBW schlug Simson eine Fusion des Bayernwerks mit der EnBW vor.Zum angeblichen Gebot der französischen EDF-Gruppe über fünf Mrd.DM für das Paket sagte er vor rund 1600 Aktionären: "Das ist zuviel Geld." Simson räumte ein, daß beim Bayernwerk 1999 das Ergebnis durch Preisdruck und Restrukturierungskosten sinken werde.

Neben Kühne trennte sich der Konzern von Beteiligungen wie Computer 2000 mit zusammen über 4,5 Mrd.DM Umsatz.Durch Zukäufe kamen Erlöse von 2,2 Mrd.DM hinzu.Die Viag setze auf die Verbesserung der zwei Säulen Energie/Telekommunikation sowie Industrie, sagte Simson.Unterm Strich brach der Umsatz im ersten Quartal 1999 um 30 Prozent auf 9,3 Mrd.DM ein.Nach dem Rekordüberschuß von 1,5 Mrd.DM 1998 werde der Gewinn 1999 sinken.Die Anlaufverluste der Telekommunikation werden auf 950 Mill.DM steigen.

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