Wirtschaft : Aktionäre loben Infineon

Chipkonzern zahlt erste Dividende seit zehn Jahren

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München - Infineon sieht sich nach Jahren schmerzhafter Verluste wieder auf gutem Kurs. Der Halbleiterhersteller sei so erfolgreich und stabil wie nie zuvor, sagte Konzernchef Peter Bauer auf der Hauptversammlung des Unternehmens in München. „Wir befinden uns weiter im Aufschwung.“ Vor allem die boomende Wirtschaft Asiens soll für gute Geschäfte sorgen. Für das vergangene Geschäftsjahr zahlt Infineon seinen Aktionären erstmals seit zehn Jahren wieder eine Dividende von zehn Cent. Ziel sei es, dauerhaft schwarze Zahlen zu schreiben und schneller als der Markt zu wachsen.

Aktionärsvertreter lobten die Entwicklung: „Man hat seit langer Zeit das Gefühl, dass Infineon endlich auf dem richtigen Weg ist“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Infineon habe in den vergangenen zehn Jahren vieles falsch, in den vergangenen zehn Monaten aber vieles richtig gemacht, sagte Aktionärsschützer Hans-Martin Buhlmann mit Blick auf die Neuausrichtung des Konzerns unter Bauers Führung. „Ich möchte die Vergangenheit nicht vergessen, ich möchte sie aber vor allem nicht wiederholen.“

Bauer hatte mit dem Verkauf der Handychipsparte an Intel den Umbau des Konzerns im vergangenen Jahr zunächst abgeschlossen. Seither konzentriert sich Infineon auf die Geschäftsfelder Auto-, Industrie- und Sicherheitschips. Nach einem starken ersten Quartal hatte Bauer seine Prognose für das Geschäftsjahr 2010/11 (bis Ende September) angehoben und rechnet nun mit einem Umsatzplus von mehr als zehn Prozent.

Wie erwartet bleibt Bauer für fünf weitere Jahre Vorstandschef. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen Vertrag bis 2016. Die Aktionäre wählten auf der Versammlung zudem den früheren Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber in den Aufsichtsrat. Mayrhuber soll dort auch den Vorsitz übernehmen und so den ehemaligen Siemens-Manager Klaus Wucherer ablösen. dpa

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