Wirtschaft : Aktionärsschützer raten zur Vorsicht

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Aktionärsvertreter betrachten das Übernahmeangebot von SanofiSynthélabo mit Skepsis – obwohl das Unternehmen das ursprüngliche Angebot deutlich aufgestockt hat. „Erst einmal abwarten“, rät Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Vielleicht müsse Sanofi noch etwas drauflegen. „Auch mit der höheren Offerte werden die bislang von Aventis angeführten Risiken nicht gedeckt“, kritisiert auch Reinhild Keitel, die Sprecherin der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Eine konkrete Empfehlung an die Aventis-Aktionäre gibt sie nicht.

Aventis-Aktionäre können sich zwischen einem reinen Barangebot, einem reinen Aktienangebot und einer Kombination beider Angebote entscheiden. Das Barangebot beträgt 68,93 Euro je Aventis-Aktie. Beim Aktienangebot bekäme jeder Aventis-Aktionär 1,1739 Sanofi-Aktien pro Aventis-Aktie. Das Kombi-Angebot ist ein Paket: fünf Sanofi-Aktien im Tausch gegen 120 Euro in bar und sechs Aventis-Aktien plus der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Das Angebot entspricht nach Angaben von Sanofi einem Aufschlag von 31,4 Prozent für die Aventis-Aktie auf Basis des Durchschnittskurses der Aktien im Monat vor dem ersten Übernahmeangebot im Januar.

Auf die neue Sanofi-Aventis kommen nach Ansicht von Aktionärsschützerin Keitel zusätzliche Kosten in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro zu – für die Abfindung und den Squeeze-out der noch börsennotierten Hoechst-Aktien. Squeeze-out ist ein Verfahren, mit dem Minderheitsaktionäre durch Barabfindung herausgedrängt werden können. Aventis war 1999 aus der Hoechst AG hervorgegangen. Die neue Sanofi-Aventis muss die letzten freien Hoechst-Aktionäre jetzt abfinden.ro

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