Wirtschaft : Aktionärsvertreter halten von Pierers Plan für unrühmlich

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Die geplante Übernahme des Chefpostens im Aufsichtsrat durch Heinrich von Pierer stößt bei Aktionärsvertretern auf Kritik . Dies sei unschön und unnötig, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. „Ich hätte nicht gedacht, dass sich von Pierer so unrühmlich benimmt“, sagte ein anderer.

UMSTRITTENE VORBILDER

Für ihren Wechsel an die Aufsichtsratsspitze gerieten unter anderem schon die früheren Vorstandschefs von Allianz und Hypo-Vereinsbank, Henning Schulte-Noelle und Albrecht Schmidt, heftig unter Beschuss. Schmidt wurde sogar gerichtlich zurückgepfiffen. Die Richter annullierten die Wahl mit dem Argument, das Abstimmungsverfahren bei der Hauptversammlung habe gegen das Aktienrecht verstoßen.

NEUE REGELN

Der Wechsel vom Vorstandsvorsitz auf den Chefsessel im Aufsichtsrat ist in Deutschland zwar üblich, nach den modernen Regeln der Unternehmenskontrolle (Corporate Governance) aber sehr umstritten. Im Umkreis von Pierers wurde betont, es handele sich um einen „geordneten Übergang“, da er sich von der Hauptversammlung wählen lasse und nicht, wie andere Manager, zunächst vom Registergericht. Einer der wenigen Konzernchefs, die auf einen Sitz an der Aufsichtsratsspitze verzichten, ist der scheidende MAN-Chef Rudolf Rupprecht. nad

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