Aktionen zum Diversity-Tag 2015 : Bunt? Ja, bitte

Ausstellungen, Vorträge, internationales Essen: 400 Unternehmen und Institutionen beteiligen sich am bundesweiten Diversity-Tag für mehr Vielfalt in der Arbeitswelt.

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Was hat ein Opernerlebnis für sehbehinderte Menschen mit einem Campusfest gemeinsam? Und was verbindet beide mit einer Konferenz gegen Homophobie? Ganz einfach: Alle drei wurden als Aktionen zum „Diversity-Tag“ angemeldet. Die Komische Oper Berlin lädt blinde und sehbehinderte Zuschauer zu einer besonderen Führung und zu „Così fan tutte“ ein, der Lesben- und Schwulenverband diskutiert über Strategien für mehr Akzeptanz von Homo- und Transsexuellen und auf dem Charité-Campus wird ein „Fest der Vielfalt“ mit Speisen nach internationalen Rezepten gefeiert. Eine bunte Angelegenheit – das will der Diversity-Tag sein, der heute zum dritten Mal bundesweit stattfindet.

Aufgerufen dazu hat die Unternehmensinitiative „Charta der Vielfalt“, mit der der Tagesspiegel regelmäßig die „Diversity-Konferenz“ (siehe Meldung unten) organisiert. In ganz Deutschland beteiligen sich 400 Organisationen mit 800 Aktionen am Diversity-Tag, darunter 70 in Berlin. „Wir brauchen in Deutschland mehr denn je das Potenzial aller Fachkräfte“, sagt Geschäftsführerin Aletta von Hardenberg. „Diversity ist ein Standortfaktor.“

Neun Bundesministerien haben die Charta der Vielfalt unterschrieben

Organisationen können sich mit einer Unterschrift unter der „Charta der Vielfalt“ selbst dazu verpflichten, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität“, so steht es in der Charta. Zu den 2100 Unterzeichnern gehören neun Bundesministerien und 28 Konzerne wie Daimler, Siemens und die Deutsche Telekom.

Ein Papier zu unterschreiben und es mit Leben zu erfüllen, sind allerdings zwei verschiedene Dinge. Der heutige Diversity-Tag ist für viele Unternehmen und Institutionen ein Anlass, die eigenen Aktivitäten auf diesem Feld nach außen und innen sichtbar zu machen. Die Palette der Angebote reicht von Ausstellungen, Diskussionen, Seminaren über Kampagnen in den sozialen Medien bis hin zu Betriebsfesten mit internationaler Küche.

Im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz etwa diskutieren heute die Degenfechterin Imke Duplitzer und der ehemalige Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger mit Bundesminister Heiko Maas und der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes Christine Lüders über „Sexuelle Diskriminierung im (Spitzen-)Sport“. Die Stiftung „barrierefrei kommunizieren“ präsentiert in der Wilhelmstraße 52 Werbespots rund um das Thema Behinderung (heute von 12 bis 18 Uhr), die Bundeswehr hält eine Tagung „Diversity & Inclusion in Armed Forces“ ab, die Deutsche Bahn veröffentlicht im Intranet Geschichten, Fotos und Videos, in denen die Mitarbeiter von ihrer eigenen Herkunft und ihren Erfahrungen mit Vielfalt erzählen.

Nicht alle Aktionen finden genau am heutigen Tag statt, einige erstrecken sich über Wochen und Monate. Auch der Tagesspiegel beteiligt sich am Diversity-Tag, etwa mit einem Workshop für Nachwuchsjournalisten mit Migrationshintergrund, der im Juli in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung stattfinden wird. Und ein Tagesspiegel-Salon ist dem Thema gewidmet: Am 11. Juni erzählen „Daughters and Sons of Gastarbeiters“, Autorinnen und Autoren mit Migrationsgeschichte, von ihren Erfahrungen und denen ihrer Eltern. (Die Veranstaltung ist ausgebucht.) Dorothee Nolte

Die Charta der Vielfalt ist heute von 10 bis 18 Uhr auf dem Potsdamer Platz präsent, unter anderem mit Expertengesprächen, Ausstellungen zum Thema, internationaler Musik und Köstlichkeiten. Um 12 Uhr steigen bunte Luftballons mit Postkarten auf, als weithin sichtbares Zeichen für Vielfalt. Einen Überblick über alle Aktionen rund um den Diversity-Tag finden Sie hier.

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