Wirtschaft : Aktuelle Urteile: Fahrzeit zur Arbeit - Rotweinfleck auf Teppichboden - Kindesunterhalt

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Fahrzeit zur Arbeit. Im öffentlichen Dienst ist es nicht ungewöhnlich, wenn Arbeitnehmern ein von dem ursprünglichen Arbeitsplatz weiter entfernter Einsatzort zugewiesen wird. Für unzumutbar sah es eine Sachbearbeiterin der Oberfinanzdirektion Frankfurt an, dass sie von Frankfurt am Main nach Koblenz versetzt wurde. Mehr als zwei Stunden Fahrzeit kamen zur Arbeitszeit hinzu. Das Landesarbeitsgericht Hessen bestätigte die Versetzung aber als rechtmäßig. Eine tägliche Hin- und Rückfahrtszeit zum Arbeitsplatz von zweieinhalb Stunden ist auch unter Berücksichtigung besonderer familiärer Belastungen von Arbeitnehmern grundsätzlich hinzunehmen (LAG Hessen Az.: 3 SaGa 2095 / 00).

Rotweinfleck auf Teppichboden. Bei einer kleinen Feier stieß eine Frau ein Glas mit Rotwein um, der sich über den beigefarbenen Teppichboden der Gastgeber ergoss und auf zwei weiße Sofas spritzte. Die Haftpflichtversicherung der Frau zahlte als Schadensersatz 7000 Mark. Das war den geschädigten Eheleuten zu wenig. Hatten sie doch erst vor drei Jahren den Teppichboden im 60 Quadratmeter großen Wohn- und Essbereich für fast 14 000 Mark verlegen lassen und zur selben Zeit die Sitzmöbel für über 16 500 Mark angeschafft. Im folgenden Prozess stellte des Oberlandesgericht Hamm klar: Ein verständiger und wirtschaftlich denkender Eigentümer pflegt Schäden an Gegenständen des täglichen Gebrauchs mit natürlicher Abnutzung nicht mit derart hohen Aufwendungen zu kompensieren. Den durch den Schaden entstandenen Wertverlust hatte die Versicherung mit 7000 Mark hinreichend ausgeglichen (OLG Hamm Az.: 27 U 183 / 00).

Kindesunterhalt. Auch bei gemeinsamer elterlicher Sorge kann der Elternteil, der ein Kind überwiegend betreut, von dem anderen für das Kind Unterhalt verlangen. Wie der Begriff "überwiegend" auszulegen ist, hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf zu entscheiden. Etwa zu gleichen Teilen wurde das Kind eines geschiedenen Ehepaares mal von der Mutter und mal von dem Vater betreut und versorgt. Jedoch hatte es die Mutter allein übernommen, die Beköstigung und Versorgung des Kindes nach Schulschluss in einem Hort zu organisieren und zu finanzieren. Damit war der Unterhaltsanspruch gegen den Vater gerechtfertigt. Denn: Es genügt, dass der Anteil eines Elternteils an der Betreuung den Anteil des anderen geringfügig übersteigt (OLG Düsseldorf Az.: 6 UF 71 / 00).

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