Alaska-Pipelines : Rostige Leitungen trotz Rekordgewinnen

Der Ölkonzern BP hat Versäumnisse bei der Kontrolle seiner Pipelines in Alaska eingeräumt. Nicht einmal grundlegende Wartungen wurden durchgeführt, so der Ausschussvorsitzende.

Washington - Vor dem Energieausschuss des Repräsentantenhauses in Washington sagte der USA-Chef des Konzerns, Robert Malone, der Konzern werde nun mit den Behörden zusammenarbeiten, um das verlorene Vertrauen wieder herzustellen. Rückblickend hätte BP die Leitungen öfter kontrollieren müssen, bekannte Malone, der seinen Posten im Juli angetreten hatte.

Mehrere Kongressabgeordnete äußerten Unverständnis, dass BP angesichts von Rekordgewinnen nicht genügend Geld in die Instandhaltung der Leitungen investiert habe. Bei zwei Unglücken im August und davor im März waren im größten Ölfeld der USA in Prudhoe Bay große Mengen Rohöl in die Umwelt geströmt. Der Grund waren durchrostete Leitungen.

Der Ausschussvorsitzende Joe Barton sagte, die Unternehmenspolitik von BP sei "so rostig wie seine Pipelines". Der Konzern habe nicht einmal "einfache und grundlegende" Wartungen der Leitungen in Alaska geleistet. "Vielleicht sollte BP die Leitungen nicht mehr betreiben", drohte er.

Investitionen in Infrastruktur

BP-Chef Malone verwies während der Anhörung auf die Ankündigung von BP, in den kommenden zwei Jahren mehr als 550 Millionen Dollar (432 Millionen Euro) in die Verbesserung seiner Infrastruktur in Alaska zu stecken. Zudem sollen unabhängige Experten die Methoden und Kriterien für die Inspektion maroder Pipelines auf den neuesten Stand bringen. Bei der Anhörung zugegen war auch der bis vor kurzem Zuständige für das BP-Rostschutzprogramm in Alaska, Richard Woollam. Er beantwortete aber unter Verweis auf sein Zeugnisverweigerungsrecht keine einzige Frage der Abgeordneten. BP hatte Woollam vor kurzem versetzt und in den Urlaub geschickt.

Die Ölverschmutzung in Alaska untersuchen derzeit die US-Umweltbehörde EPA, das Justiz- und das Verkehrsministerium in Washington sowie die Regionalbehörden von Alaska. Bekannt wurde inzwischen, dass der Konzern mit Hilfe der Umweltbehörde von Alaska vor fünf Jahren einen sehr kritischen Bericht über die Wartung seiner Ölleitungen im Norden des US-Bundesstaates verhindert hatte. (tso/AFP)

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