Alaska : US-Ölfeld bleibt vielleicht geöffnet

Das größte Ölfeld der USA in Alaska soll möglicherweise doch nicht komplett geschlossen werden. Der Ölpreis nähert sich währenddessen erneut der historischen Rekordmarke.

London - Die Reparaturarbeiten nach einem Leck in einer Pipeline könnten auch in Etappen ausgeführt werden, so dass die Produktion nicht ganz eingestellt werden müsse, teilte ein Sprecher des britischen Mineralölkonzerns BP mit. In den vergangenen Tagen hatte der Konzern noch einen kompletten Stopp der Förderung in dem Feld in Prudhoe Bay angekündigt.

Die Reparaturen werden nach Angaben des Sprechers "monatelang" dauern. Auf einen genaueren Zeitrahmen wollte er sich nicht festlegen. BP will fast Dreiviertel der Pipeline auswechseln, an der das Leck aufgetreten war. Dies heißt, dass Leitungen auf einer Strecke von rund 25 Kilometern ausgetauscht werden sollen. Außerdem untersucht der Konzern, ob auch andere Strecken seiner Pipelines im Norden Alaskas ausgewechselt werden müssen.

Mitbedingt durch die Nachrichten aus Alaska stieg der Ölpreis in London nach einer vorläufigen Abschwächung am Vortag zunächst wieder an. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte bis zur Mittagszeit um 0,50 Dollar auf 78,05 Dollar (60,79 Euro). Er näherte sich damit wieder der historischen Rekordmarke von 78,64 Dollar, die am Montag erreicht worden war.

Sorge um US-Reserven

Grund für den neuen Preisanstieg war nach Angaben von Analysten die Erwartung, dass die Rohöl- und Treibstoffreserven in den USA abnehmen. Dazu wurde noch für den selben Tag ein Bericht des US-Energieministeriums erwartet. Dieses hatte bereits in Aussicht gestellt, dass wegen des Produktionsausfalls in Prudhoe Bay eventuell die strategischen Reserven des Landes angezapft werden sollten. Diese eigentlich für nationale Krisenzeiten bestimmten Vorräte haben nach Angaben des Ministeriums derzeit ein Volumen von 688 Millionen Barrel.

Das Feld vor der Nordküste Alaskas produziert etwa 400.000 Barrel pro Tag, was einem Anteil von acht Prozent der gesamten Ölförderung in den Vereinigten Staaten entspricht. Das Leck in der Pipeline wurde zwar bereits gestopft, doch brachte es offenbar weitverbreitete Rostschäden an den Leitungen ins Licht. Aus dem Leck waren bis zu 800 Liter Rohöl ausgeflossen. (tso/AFP)

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