Wirtschaft : Alba bleibt in der Familie

Axel Schweitzer über die Tradition des Entsorgers

Berlin - Die Zukunft der drittgrößten deutschen Entsorgungsfirma liegt in den Händen von zwei Brüdern. „Wir sind stolz darauf, Familienunternehmen zu sein und wollen das auch bleiben“, versicherte Axel Schweitzer, Vorstand und Miteigentümer der Berliner Alba- Gruppe am Montagabend im Verein Berliner Kaufleute und Industrieller. Zu den Zuhörerer zählte auch Eric Schweitzer, der Bruder, der gemeinsam mit Axel die Gruppe mit rund 80 Beteiligungen und mehr als einer Milliarde Euro Umsatz führt. Vor 40 Jahren hatte der Vater, ein Bauingenieur, mit zwei Lkw in Berlin begonnen Müll zu sammeln. Und zwar getrennt, sozusagen ausgewählten Müll, der heutzutage Wertstoff genannt wird und nach dem Recycling wieder an die Industrie verkauft wird. Ein glänzendes Geschäft, die Schweitzers sind reich geworden mit Kunststoff, Glas und Papier.

„Unser Vater hat damit begonnen“, sagt Axel, Jahrgang 1969. „Und wir als Alba sind stolz darauf“ immer versierter die Wertstoffe aus dem Müll zu holen. Nicht mehr manuell, sondern mit Hochtechnologie. Die Kunststoffe aus der gelben Tonne etwa werden mit Infrarotstrahlen identifiziert und aussortiert.

Alba ist, gemeinsam mit der Tochter Interseroh, die Nummer drei auf dem deutschen Markt. Das muss nicht so bleiben, deutete Schweitzer an, weil die Branche sich in einem „fortschreitenden Konsolidierungsprozess“ befindet: Die Großen schlucken die Kleinen. Doch die Brüder haben stets betont, nicht verkaufen zu wollen. „Von einem Berliner Unternehmen sind wir zu einem nationalen Unternehmen geworden“, sagt Axel Schweitzer und weist beispielhaft hin auf die Entsorgungstochter der Stuttgarter EnBW, die von Alba übernommen wurde, aber auch auf das starke Geschäft in Polen. Doch alles in allem gebe es „berechtigte Hoffnung“, dass Alba ein Berliner Unternehmen bleibe, meint Axel und verweist zur Begründung auch auf seinen Bruder. Der sei schließlich IHK-Präsidenten. alf

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