Wirtschaft : Alba gerät nach Fusion unter Druck

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Düsseldorf Mittelständische Entsorgungsunternehmen rechnen nach der genehmigten Fusion der Remondis AG & Co.KG (früher Rethmann) mit der RWE Umwelt mit einem knallharten Verdrängungswettbewerb und haben Widerstand gegen die Entscheidung angekündigt. Die Wettbewerbshüter verhängten am Freitag zwar Auflagen, nach Einschätzung von Branchenbeobachtern wird Remondis den Markt aber künftig beherrschen.

Experten rechnen damit, dass nun vor allem das Berliner Entsorgungsunternehmen Alba stark unter Druck gerät. Dem familiengeführten Unternehmen fehle ein finanzstarker Konzern im Rücken, weshalb es den Berlinern kaum gelingen werde, der neuen Nummer eins Paroli zu bieten.

Der mittelständischen Konkurrenz reichen die Auflagen, die das Kartellamt verhängt hat, nicht: „Wir sehen das Vorhaben kritisch und prüfen, ob wir Widerspruch einlegen“, sagte Hans-Günter Fischer, Geschäftsführer des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE), dem Handelsblatt. In Teilbereichen, zum Beispiel bei den Kühlgeräten, gingen die Auflagen nicht weit genug. Beim Restmüll habe das Kartellamt zu Unrecht überhaupt nicht eingegriffen.

Remondis, bisher die Nummer zwei der Branche, übernimmt 70 Prozent der Geschäftsanteile des derzeitigen Marktführers RWE Umwelt. Damit kommt das Unternehmen mit 15000 Beschäftigten auf 2,2 Milliarden Euro Umsatz. Nach dem Beschluss des Kartellamts muss Remondis einige Beteiligungen veräußern, um den Wettbewerb in Teilmärkten nicht zu gefährden. cs/juf (HB)

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