Wirtschaft : Alba-Gruppe: Berliner Entsorgungskonzern will Teile von Sero übernehmen

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Der Berliner Entsorgungskonzern Alba AG & Co. KG will Teile der Sero AG übernehmen. Alba-Chef Eric Schweitzer sagte dem Handelsblatt: "Wir führen darüber konstruktive Gespräche". Wahrscheinlich geht es dabei um den Sero-Bereich Bauschutt- und Containerdienste sowie um Sero-Aktivitäten mit dem Grüner-Punkt-Recyclingprogramm DSD (Duales System Deutschland). Im September 2000 hatte der damalige Sero-Vorstand Hans-Peter Döhmen auf der Hauptversammlung von einem möglichen Verkauf der beiden ertragsschwachen Geschäftsfelder gesprochen. Döhmen sitzt heute im Vorstand der Nordag AG, zu der Sero seit vergangenem Jahr gehört. Im Sero-Vorstand wusste man gestern von den aktuellen Gesprächen nichts.

Die zur Debatte stehenden Geschäftsfelder machen bei der Sero AG - die im Vorjahr rund 174 Millionen Mark umsetzte - einen Umsatz von rund 70 Millionen Mark aus. Bei Alba entfällt auf diese beiden Sparten nach eigenen Angaben derzeit ein Drittel des Gesamtumsatzes von rund 1,1 Milliarden Mark. Über die von Schweitzer auch für das Jahr 2000 als "zufriedenstellend" bezeichnete Ertragslage gibt das Familienunternehmen generell keine genauere Auskunft.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten die beiden Alba-Gesellschafter, Eric und Axel Schweitzer, stark in die Expansion des sechstgrößten deutschen Entsorgers investiert. Zuletzt erwarb Alba im Januar für 18 Millionen Mark 49 Prozent der Stadtreinigung Braunschweig. Im Dezember gelang der Einstieg beim kommunalen Entsorger des baden-württembergischen Landkreises Calw. Bereits vor einem Jahr beteiligte sich Alba für 30 Millionen Mark mit 49 Prozent an der Stadtentsorgung Rostock GmbH. Mit weiteren kommunalen Entsorgern führt Schweitzer Gespräche. Die Entsorgung macht nach Angaben von Schweitzer heute rund 90 Prozent des Konzernumsatzes aus.

Da im rückläufigen Abfallgeschäft Expansion fast nur durch Zukäufe möglich ist, versucht Alba in neue Geschäftsfelder vorzudringen. Diese Bereiche sollen in "drei bis fünf Jahren auf 300 Millionen Mark Umsatz wachsen, wenn wir gut sind", sagte Schweitzer. So wartet und betreibt Alba etwa mit der Thyssen Facility Management GmbH die Berliner Straßenbeleuchtung.

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