Wirtschaft : Alcoa drängt auf Übernahme von Reynolds Metals

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Der weltgrößte Aluminiumhersteller Alcoa Inc., Pittsburgh, hat jetzt ein feindliches Übernahmeangebot für Reynolds Metals Co., Richmond, angekündigt. Alcoa will diese "definitive" Offerte in Höhe von 65 Dollar pro Aktie in dieser Woche der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission vorlegen und den Reynolds-Aktionären die Unterlagen zuschicken. Der Verwaltungsrat von Reynolds hatte erst in der Nacht zum Montag das Übernahmeangebot von Alcoa in Höhe von 5,6 Mrd. Dollar einstimmig als unzulänglich abgelehnt. Alcoa will die Wettbewerbshüter in Washington und Brüssel in den nächsten Tagen über die geplante Übernahme informieren.

Etliche Interessenten hätten die Fühler nach Reynolds ausstreckt, darunter Kanadas Alcan Aluminium Ltd, berichtete am Montag das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eine "mit den Verhandlungen vertraute Person". Alcan hatte vorige Woche ein Dreierbündnis mit Alusuisse-Lonza (Algroup) und Pechiney SA angekündigt, das Alcoa vom ersten Platz auf der Weltrangliste der Aluminiumhersteller verdrängen würde.

In dem Reynolds-Statement wurde ein zweiter Bieter, die Buyout-Firma Michigan Avenue Partners, Chicago, mit keinem Wort erwähnt. Michigan Partners hatte am vergangenen Freitag erklärt, ihre Offerte sei höher als die Alcoas, doch wie hoch, war nicht zu erfahren. Michigan Partners ist erst seit knapp zwei Jahren im Aluminium-Geschäft und hat bereits McCook Steel aus Illinois und eine Fabrik aus Scottsdale von Kanadas Noranda Inc. gekauft.

Vorige Woche unterzeichneten die Partner eine Absichtserklärung für den Kauf von Wells Aluminum in Baltimore. Damit hat sich Michigan Partners in kurzer Zeit zu einem führenden Aluminium-Hersteller entwickelt. Das kanadisch-europäsche Dreiergespann würde es auf 21,6 Mrd. Dollar Umsatz bringen im Vergleich zu 21 Mrd. Dollar der Kombination Alcoa-Reynolds.

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