Wirtschaft : Aldi lässt Bäckern nur Krümel übrig

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Von Maren Peters

AldiSüd verkauft testweise frische Brötchen – und macht traditionelle Handwerksbetriebe damit ziemlich nervös. Die Sorge ist begründet: Sollte der größte Discounter Deutschlands sich entschließen, die „ofenfrische“ Ware zum Niedrigstpreis künftig flächendeckend in seinen Filialen anzubieten, müssten wohl noch mehr Brot-Handwerker ihre Läden schließen. Daran sind aber nicht nur die bösen Discounter mit ihren Dumpingpreisen schuld, sondern auch die Bäcker selbst. Sie haben ihre Kunden mit hohen Preisen, schlechter Qualität und miesem Service vergrault. Kein Wunder, dass die in den Discounter flüchten.

Keine Frage, die Zeiten für den kleinen Bäckermeister an der Ecke sind schwerer geworden. Ein Großanbieter, der Tausende von Brötchen industriell backt, kann billiger produzieren als ein Handwerker, der noch jede Schrippe selbst in die Hand nimmt. Das liegt aber auch an der starren Handwerksordnung und dem Meisterzwang, den die Branche gerade wieder erfolgreich verteidigt hat. Warum braucht ein Bäcker eine lange, teure Ausbildung, wenn die Brötchen hinterher genau so trocken, aber viel teurer sind, als die der Aushilfskräfte aus der Backfabrik?

Wenn die Bäcker schon an ihren uralten Traditionen festhalten wollen, sollten sie konsequent sein – und sich wieder auf das konzentrieren, was sie in langen Jahren eigentlich lernen sollten: gute Qualität und guten Service. Im Preis kann der kleine Handwerksmeister nie mit einem Großbäcker konkurrieren. Im Geschmack schon.

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