Wirtschaft : Alibaba und die Suchmaschine

Chinesische Plattform will Yahoo kaufen

New York - Die größte chinesische Handelsplattform Alibaba will sich offenbar an dem kriselnden Internet-Unternehmen Yahoo beteiligen – und damit auch wieder die Herrschaft im eigenen Hause übernehmen. Einem Medienbericht zufolge planen die Chinesen die Übernahme gemeinsam mit russischen und amerikanischen Investoren. Alibaba verhandele mit der Firma DST des russischen Milliardärs Yuri Milner sowie der US-Investmentgruppe Silver Lake, meldete Bloomberg am Dienstag.

Bereits am Wochenende war bekannt geworden, dass Alibaba-Gründer Jack Ma gern Yahoo übernehmen würde. Der US-Konzern hält 40 Prozent an Alibaba. Mit dem Kauf von Yahoo würde Ma die Kontrolle über sein Unternehmen zurückgewinnen. Die Beteiligung an Alibaba ist eines der Reichtümer von Yahoo: Ihr Wert wird auf bis zu 13 Milliarden Dollar geschätzt, während Yahoo selbst an der Börse zuletzt nur noch rund 17 Milliarden wert war.

Silver Lake und DST sind schon länger an Yahoo interessiert. DST (Digital Sky Technologies) hat sich in den vergangenen Jahren konsequent an hoffnungsträchtigen Unternehmen der Internet-Branche wie dem weltgrößten Online-Netzwerk Facebook oder dem Kurznachrichtendienst Twitter beteiligt.

Yahoo sucht gerade nach einem neuen Konzernchef, nachdem Anfang September Carol Bartz gefeuert wurde. Ihr wurde vorgeworfen, in zweieinhalb Jahren an der Spitze keine Trendwende herbeigeführt zu haben.

Yahoo kämpft schon seit Jahren mit Problemen in seinem Kerngeschäft mit Banner-Werbung im Internet. Rivalen wie Google und Facebook werden immer stärker. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ hat der Yahoo-Verwaltungsrat immer noch nicht entschieden, ob das Unternehmen nun verkauft werden soll oder allein weitermacht. dpa

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