• Alitalia soll ohne staatliche Hilfe überleben Italienische Regierung sagt versprochenes Rettungspaket ab

Wirtschaft : Alitalia soll ohne staatliche Hilfe überleben Italienische Regierung sagt versprochenes Rettungspaket ab

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(pak/dpa). Die italienische Regierung hat die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia aufgefordert, auch ohne staatliche Hilfen Wege aus der Krise zu finden. Ein entsprechendes Schreiben sei vom Wirtschaftsministerium an die Airline gegangen, berichtete die Zeitung „Il Sole 24 Ore“ am Mittwoch. Die hoch verschuldete Fluggesellschaft, die noch zu 62 Prozent in Staatsbesitz ist, wartet seit Wochen auf ein Hilfspaket seitens der Regierung. Der Beschluss dazu, auf den der neue AlitaliaGeschäftsführer Marco Zanichelli seinen Sanierungsplan stützen wollte, wurde jedoch immer wieder verschoben.

Derweil macht die Alitalia jeden Tag eine Million Euro Verlust. 1998 hat sie zum letzten Mal schwarze Zahlen vorgelegt, der Verlust für 2003 lag auf der Rekordhöhe von 511 Millionen Euro. Präsident Giuseppe Bonomi hatte bereits gewarnt, dass die Gesellschaft nicht länger als einen weiteren Monat überleben könne, falls die Regierung in Rom nicht eingreife. Der Sanierungsplan von Zanichelli hatte unter anderem eine Reduzierung der Steuerlast auf Treibstoff vorgesehen sowie eine Senkung der Steuern auf Flugtickets und die Reduzierung der Abgaben, die die Airlines der Luftfahrtbehörde Enav zahlen. Zudem waren soziale Hilfen für rund 1500 Alitalia- Mitarbeiter geplant. „Der Brief des Ministeriums ist eine kalte Dusche für die Alitalia-Spitze, die dazu aufgefordert wird, auf den eigenen Beinen zu stehen“, schrieb „Il Sole 24 Ore“.

Die Gewerkschaften, die bereits zuvor heftige Protestaktionen angekündigt hatten, rechnen nun damit, dass Alitalia vor der Insolvenz steht. Die Entscheidung der Regierung sei auf den Bankrott der Gesellschaft ausgerichtet, hieß es. Der Brief sei ein „Beileidstelegramm“. Giuseppe Bonomi steht  erst seit wenigen Wochen an der Spitze der Fluggesellschaft; er ist sozusagen die einzige Reform, die das Kabinett in den letzten Wochen zuwege gebracht hat. Der letzte Alitalia-Präsident, Francesco Mengozzi, wurde von Berlusconi in die Wüste geschickt, weil sein Sanierungsplan bei einem Stand von derzeit 22 000 Beschäftigten den Abbau von 2700 Stellen vorsah. Experten bezweifeln , dass die von der Regierung versprochenen Maßnahmen zur Rettung der Alitalia ausgereicht hätten. Die Airline hatte wegen geringerer Serviceleistungen, berüchtigter Verspätungen und hoher Preise allein in den vergangenen beiden Jahren drei Millionen Passagiere verloren, während der Flugverkehr in Italien kräftig zugenommen hatte.

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