Wirtschaft : Alkoholfreie Getränke künftig teurer

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Berlin Die Einführung der Lkw-Maut wird den Transport alkoholfreier Getränke verteuern. Kurzfristig werde sich diese Preissteigerung wegen der hohen Wettbewerbsdichte zwar nicht auf den Endverbraucher auswirken. Langfristig müssten die Konsumenten jedoch mit ein bis zwei Prozent teureren Getränken rechnen, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke e. V. (wafg), Martin Möller, am Mittwoch in Berlin. Alles andere sei „illusorisch“, sagte Möller.

Der Verband präsentierte eine schlechte Bilanz für das vergangene Jahr. Der verregnete Sommer 2004 und Schwierigkeiten mit dem Dosenpfand seien Gift für den Umsatz antialkoholischer Getränke gewesen. Jeder Deutsche habe im vergangenen Jahr 291,5 Liter alkoholfreie Getränke getrunken und damit 3,2 Prozent weniger als 2003.

Die Branche erhofft sich für 2005 jedoch eine Trendwende, unter anderem wegen der neuen Dosenpfand-Regelung. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die vom Bundesrat Mitte Dezember verabschiedete Neuregelung gebilligt. Sie beinhaltet neben einer Vereinheitlichung des Zwangspfandes für umweltschädliche Dosen und sonstige Einwegverpackungen auf 25 Cent auch den Wegfall so genannter Insellösungen. „Leere Einwegflaschen und Dosen können überall dort zurückgegeben werden, wo Einweg verkauft wird“, sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne). Der Bundestag will die Beratungen endgültig am 21. Januar abschließen.

Die Gefahr pfandfreier Importe aus dem Ausland sieht Verbandschef Möller nicht. Das Risiko, mit dem deutschen Gesetzgeber in Konflikt zu geraten,würden ausländische Hersteller vermeiden. Dafür seien etwa pfandfreie Tetrapacks auf dem Vormarsch. Die Branche erhoffe sich Zuwächse vom Wellnesstrend. Tees und Getränke auf Soja- oder Molkebasis spielten dabei eine Rolle. jer

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