Wirtschaft : Allbank steht kurz vor dem Verkauf

Keine hohen Einnahmen für die Bankgesellschaft erwartet

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Berlin (fo/dpa). Die angeschlagene Bankgesellschaft Berlin steht offenbar kurz davor, ihre Allbank-Tochter zu verkaufen. Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen kommen die über zwei Jahre andauernden Bemühungen nun offenbar zu einem Abschluss. Als Interessenten blieben letztlich nur der Finanzdienstleister BHW sowie die Royal Bank of Scotland übrig. Nach Informationen der „Morgenpost“ fiel die Entscheidung zugunsten der schottischen Bank. Die landeseigene Bankgesellschaft wollte auf Anfrage am Freitag keine Stellungnahme abgeben. Die Allgemeine Privatkundenbank (Allbank) hat bundesweit 84 Filialen, davon etwa ein Dutzend in Berlin. Zu Jahresbeginn zählte sie rund 1000 Beschäftigte. Frühere Verkaufsversuche waren immer wieder gescheitert. Ein großer Veräußerungserlös wird aus dem Verkauf nicht erwartet.

An der Allbank mit einem Eigenkapital von rund 156 Millionen Euro hält die Bankgesellschaft 99,8 Prozent der Anteile. Für das vergangene Jahr wurde eine Bilanzsumme von 3,17 Milliarden Euro und ein Gewinn von 100 000 Euro ausgewiesen. Die Royal Bank of Scotland ist mit 600 Milliarden Euro Bilanzsumme das zweitgrößte Kreditinstitut Großbritanniens mit einem Vorsteuergewinn von 6,8 Milliarden Euro.

Neben der Allbank hat die Bankgesellschaft noch ihre polnische Tochter auf der Verkaufsliste. Die tschechische Zivnostenska Banka wurde kürzlich an die italienische Unicredito veräußert. Auch die Bankgesellschaft selbst steht zum Verkauf. Nach einem Bericht der Börsenzeitung könnte es durchaus dazu kommen, dass Berlin auf seiner Bank sitzen bleibt. Unter Berufung auf informierte Finanzkreise hieß es, die beiden US-Interessenten hätten noch keinen tiefen Einblick in die Bücher genommen.

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