Wirtschaft : Alle an einem Strang

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Wie viel kostet es den Arbeitnehmer, seinen Arbeitsplatz zu sichern? Für gut 2200 Angestellte der Berliner Volksbank sind es im nächsten Jahr exakt vier Prozent des Tariflohns. Dafür müssen sie fünf Prozent weniger arbeiten. Möglich macht das eine Öffnungsklausel im Tarifvertrag. Ursula Kriete, Bereichsleiterin Personal, und Klaus Thiede, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, präsentieren das Ergebnis eines Drahtseilaktes: 2003 wurde die tarifliche Arbeitszeit von 39 Stunden um 3,1 Prozent abgesenkt auf 37 Stunden und 47 Minuten. Ohne Lohnausgleich. Für 2004 wird die Arbeitszeit um fünf Prozent auf 37 Stunden und drei Minuten verringert, zugleich wird der Lohn aber nur um vier Prozent gekürzt. Thiede kann jetzt sagen, dass dies letztlich eine Stundenlohnerhöhung bedeutet. Schön ist das aber nicht. Warum sind Mitarbeiter bereit, solche Klauseln zu akzeptieren? „Für den Zeitraum, in dem die Vereinbarung gilt, sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen“, sagt Ursula Kriete, „ein höheres Gut als den Arbeitsplatz gibt es im Moment nicht.“ Zugleich komme es aber darauf an, dass die Mitarbeiter sich nicht übervorteilt fühlten und es sich klar um eine Ausnahme handelt. Daneben habe zur Aktzeptanz in der Bank beigetragen, dass sich die außertariflich Bezahlten, der Vorstand eingeschlossen, bereit erklärt haben, 2004 ebenfalls auf vier Prozent Lohn zu verzichten. ded

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