Allerlei auf dem Grill : Jetzt ein Bierdosenhähnchen!

Die Wurst ist nicht alles. Auf den deutschen Grill kommt immer mehr Gemüse. Und Hähnchen in einer ungewöhnlichen Zubereitungsart.

Luca Spinelli
Michael Hoffmann, Deutscher Grillmeister 2013, hält eine Grillzange mit Steak in der Hand.
Michael Hoffmann, Deutscher Grillmeister 2013.Foto: Frank Pusch

Grillen ist Tradition. Die Mehrheit der Deutschen grillt auch heute noch wie vor 20 Jahren. „Die Bratwurst und das Schweinenackensteak sind die ewigen Klassiker“, sagt Gero Jentzsch vom Deutschen Fleischer-Verband. Doch der Trend geht zum Gourmet-Griller mit größerer Vielfalt und Qualität auf dem Rost, dafür aber kleineren Portionen. Davon profitieren vor allem die Fachgeschäfte. „Die Leute geben lieber etwas mehr Geld aus und kaufen ihre Bratwürste wieder bei uns“, freut sich Otmar Ullrich. Der Fleischermeister führt ein Geschäft am Tempelhofer Damm in Berlin und macht in den Sommermonaten rund 40 Prozent seines Umsatzes mit dem Grillgut.

Dass Grillen mehr sein kann als Wurst im Brötchen, davon zeugt auch das Siegerrezept des aktuellen deutschen Grillmeisters Michael Hoffmann aus dem Rheinland. „Handgeangelter schottischer Wildlachs auf Zedernholzplanken gebraten, mit Zitronenbutterfüllung und einer Pommery-Senf-Kräuter-Kruste.“ Mit diesem und anderen Gerichten haben er und sein Team dieses Jahr die deutsche Grill-Krone verteidigen können. Gaumenfreuden solcher Art sind leider kaum alltagstauglich, doch auch mit weniger Aufwand kann der Hobby-Griller Abwechslung schaffen.

In diesem Sommer sind Spieße besonders in. Wie beim Fondue kann sie jeder nach Wunsch mit Fleisch, Gemüse oder Obst bestücken. Für Auberginen und Zucchini empfiehlt es sich, sie in hauchdünne Scheiben zu schneiden und aufzurollen. Vor allem Kindern macht das Spaß und es geht geselliger zu, da beim Grillen alle mitmachen und nicht nur einer grillen muss. Der Spieße- Trend erlaubt auch mehr Vielfalt auf dem Grill. Schwein und Rind schmecken eben noch besser mit einer gegrillten Gemüsebeilage. Hoffmann empfiehlt, Tomaten und Paprika mit Mozzarella zu belegen oder umgedrehte Champions mit Kräuterbutter zu füllen. Zwei Dinge gibt es bei Gemüse zu beachten: Es muss zeitig auf den Grill, da es länger braucht als Fleisch, und es sollte mit Olivenöl eingepinselt werden, damit es nicht austrocknet.

Auch Fisch erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Damit der Fisch nicht auf dem Rost zerfällt, sollten Fische mit festem Fleisch wie Forelle oder Lachs gekauft und diese bei niedriger Hitze nicht mehr als einmal gewendet werden. Idealerweise grillt man Fisch wie auch Fleisch indirekt, das heißt man platziert es in einem geschlossenen Grill versetzt oberhalb der Glut. Dabei gart das Grillgut gleichmäßig, ohne anzubrennen. Dieses „Umluftgrillen“ ist auch die bevorzugte Garmethode vom Meistergriller Hoffmann, der Fleisch lediglich zum kurzen Angrillen direkt auf die Stelle über der Glut legt. „Dadurch bekommt das Fleisch das typische Grillmuster und eine schöne Kruste“, weiß der Experte.

Grillen ist Kunst. Wer neben Grill und Zange auch Experimentierfreude besitzt, für den gibt es auf dem Rost viel Platz zum Ausprobieren. Ein Beispiel für das nächste Fest: das Bierdosenhähnchen. Damit das Geflügel außen knusprig und innen saftig wird, setzt man es in einem geschlossenen Grill auf eine Dose Bier. Durch die Hitze tritt das Bier aus der Dose und hält das Huhn feucht. Ein Drittel vom Bier genügt. Für den Rest hat Hoffmann auch einen professionellen Rat: „Damit wird der Griller von innen mariniert.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben