Wirtschaft : "Alles eine Frage der Organisation"

Tobias Reich, Vorsitzender des Company Consulting Teams e.V.(CCT)Noch an der Uni und schon an der Spitze eines Beratungsunternehmens? Tobias Reich hat es geschafft.Der 23jährige Student ist Vorsitzender des Company Consulting Teams e.V.(CCT), einer studentischen Unternehmensberatung an der TU Berlin.Neben Seminaren und Vorlesungen kümmert sich der angehende Wirtschaftsingenieur um Kontakte zu Unternehmen, vermittelt Projekte und koordiniert die Arbeit im CCT-Beratungsteam in der Wilmersdorfer Straße. Vor zweieinhalb Jahren kam Reich nach dem Abitur aus dem Schwäbischen an die Spree.Seinen Studienort wählte der gebürtige Sigmaringer ganz bewußt: Hier fand er das im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, der Betriebswirtschaftlehre mit der ingenieurwissenschaftlichen Seite verknüpft, breiteste Angebot an Schwerpunktfächern.Die BWL habe ihn "schon immer interessiert", sagt Reich zielsicher.Er war sogar mal zweiter Bundessieger beim Planspiel Börse."Aber das war, glaube ich, in der zehnten Klasse", erinnert er sich vage. Bei der Erstsemester-Einführung hörte er zum ersten Mal von der studentischen Unternehmensberatung.Im dritten Semester schloß er sich dem Team an und trug zu der ansehnlichen Referenzliste von Unternehmen bei, die CCT inzwischen vorzuweisen hat.Im dreiköpfigen Vorstandsteam ist Vorsitzender Reich mit seinen knapp 23 Jahren der Jüngste.Im Moment paukt er für sein Vordiplom."Alles eine Frage der Organisation", sagt er zu dem Spagat zwischen Prüfungsvorbereitung und Vorstandsarbeit."Natürlich ist der Job zeitaufwendig.Doch er bringt auch Kontakte", sagt er und lacht.Die meisten Studenten engagierten sich im CCT, nicht um den einen oder anderen Nebenjob abzugreifen, sondern um Erfahrung in der Unternehmensberatung zu sammeln.Sie ist ein begehrtes Berufsfeld, und "in einer Bewerbung macht sich der frühe Kontakt zur Wirtschaft gut", so der CCT-Vorsitzende.Natürlich soll die Beratertätigkeit nicht so aufwendig sein, daß der Student um ein Semester zurückgeworfen wird oder gar eine Prüfung verpaßt."Ein gutes und schnelles Studium ist heute wichtig", sagt Reich bestimmt. CCT ist organisiert wie die "Großen" der Beraterbranche.30 Mitglieder hat der Verein, die in sieben Ressorts gegliedert sind, darunter auch "TQM" - "Total Quality Management"."Das ist unsere Qualitätssicherung", erklärt Reich, "damit der Beratungsstandard mit den Forderungen des Bundes deutscher studentischer Unternehmensberatungen (BDSU) übereinstimmt." Ein Unterschied zu den Großen wie McKinsey oder Arthur D.Little: Gearbeitet wird zu studentischen Gehältern.Gerade bei mittelständischen Unternehmen spricht dieser Kostenfaktor für die Studenten, die meistens "nach dem ersten Projekt wieder engagiert werden".Doch das CCT ist ein gemeinnütziger Verein, darauf legt Reich großen Wert."Wir sind nicht gewinnorientiert". Auch für Reich wird die Arbeit bei CCT vielleicht der erste Schritt ins Unternehmen sein."Eine Beratungstätigkeit würde mir Spaß machen - aber wer kann sich heutzutage seinen Job noch aussuchen?" Bis es soweit ist, hat er noch viel vor: Ein Auslandspraktikum in Südafrika und ein Semester an der Uni in Göteborg sind geplant.

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