Wirtschaft : Alles nicht so schlimm

Berlin-Partner-Chefin diskutiert beim VBKI die Folgen der Flughafenpanne.

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Berlin - Natürlich kann das Thema auch an diesem Abend nicht fehlen, und „natürlich ist das eine Katastrophe“. Melanie Bähr, Chefin der Berlin Partner, stellt am Donnerstagabend beim Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) die Arbeit ihrer Organisation vor, die ja vor allem auch der Imagepflege verpflichtet ist. Es geht um den Flughafen.

Katastrophe also, aber ansonsten gar nicht so schlimm. „Erste Priorität“ sei jetzt ein überzeugender Auftritt der Verantwortlichen nach dem Motto: „Wir haben ein Problem, aber wir lösen das.“ Neben Rat hat die oberste Werberin der Stadt auch noch Trost für die Flughafenchefs. „Kurz vor der Eröffnung ist schlimm, aber nach der Eröffnung ist schlimmer.“ Oder: „Wer hinfällt, der muss auch wieder aufstehen.“

Markus Voigt, Präsident des VBKI, bemühte sich ebenfalls um eine Entdramatisierung. Zwar sei „nicht akzeptabel, wie das gelaufen ist“. Daraus würden Konsequenzen gezogen. Die Verantwortlichen, so Voigt, würden nach seiner Kenntnis „relativ kurzfristig“ abberufen. Doch „Berlin gilt als Boomtown“, der Ruf der Stadt habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert, also werde die Flughafenpanne „uns nicht zurückwerfen“. Beinahe aber schon, wie Bähr erzählt: Gemeinsam mit der Tourismusgesellschaft Visit Berlin habe man eine BER-Beilage im „Time Magazine“ in Auftrag gegeben – und um Haaresbreite noch den Druck gestoppt. Nun also können wir noch „unseren kleinen, niedlichen Stadtflughafen genießen“, versuchte Bähr das Drama positiv zu wenden. „Und die Touristen kommen sowieso in die Stadt.“

Hoffentlich auch die Investoren. Doch inzwischen, das betont die Partner-Chefin, sei die Unterstützung der ansässigen Firmen fast noch wichtiger als die Neu- Akquise. „Sensationell“ sei der Gewinn an Arbeitsplätzen 2011 in der Stadt gewesen, die sich Bähr zufolge zu einem „Great place to work“ entwickelt. alf

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