Wirtschaft : Alles Wissenswerte über das britische Unternehmen - "ein Rohdiamant"

Die jüngste Erwerbung der Telekom gilt als Rohdiamant: Beim britischen Mobilfunkbetreiber One-2-One gibt es noch viel zu tun, doch die Weichen sind nach Meinung von Analysten richtig gestellt. "Es ist ein Unternehmen mit Potenzial", heißt es. Kein anderer der vier Mobilfunkbetreiber in Großbritannien weist ein ähnlich rasantes Wachstum auf. One-2-One ist der kleinste Anbieter hinter Vodafone, Cellnet und Orange. One-2-One hat 2,7 Millionen Kunden und einen Anteil von 16 Prozent am britischen Mobilfunkmarkt. Das Gemeinschaftsunternehmen des britischen Telekom-Konzerns Cable & Wireless und der US-Gruppe MediaOne startete im September 1993. Investiert wurden vergleichsweise bescheidene 300 Mill. britische Pfund (877 Mill. DM). Diese haben sich auf einen üppigen Milliardenbetrag vermehrt: Die Telekom zahlt umgerechnet rund 20 Mrd. DM für One-2-One und übernimmt darüber hinaus hohe Anlaufschulden. Die Gewinnschwelle wird aber von Analysten im kommenden Jahr erwartet.

Im vergangenen Geschäftsjahr (bis 31. März) erzielte das Unternehmen mit 3500 Mitarbeitern einen Ertrag von 112 Mill. Pfund (328,2 Mill. DM) vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Der Umsatz erhöhte sich um 42 Prozent auf 781 Mill. Pfund. Unter dem Strich verblieb ein Betriebsverlust von 52 Mill. Pfund (152,5 Mill. DM). One-2-One konzentrierte sich anfangs fast ausschließlich auf das Privatkundengeschäft und machte sich vor allem einen Namen mit Guthabenkarten für Handys. Damit hatte auch E-Plus in Deutschland Erfolg. Zuletzt engagierte sich One-2-One verstärkt im Geschäftskundensegment, das deutlich höhere Profite abwirft.

Mittlerweile ist die Zahl der Geschäftskunden auf rund 350 000 gestiegen. Bei der Neuverteilung der britischen Mobilfunklizenzen im Jahr 2000 ist One-2-One eine der fünf Lizenzen sicher. Die zugewiesenen Frequenzen erlauben 130 Mill. Anrufe pro Woche. One-2-One zählt auch zu den wenigen Mobilfunkfirmen, die bereits praktische Erfahrungen mit dem Mobilfunkstandard der dritten Generation, genannt UMTS, gesammelt haben. Auch davon wird die Telekom profitieren können.

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