Wirtschaft : Allianz AG: An der Börse kam die Botschaft an

Die Börse wusste scheinbar sofort Bescheid: Die Allianz-Aktie rutschte nach den ersten Nachrichten zur geplanten Dresdner-Übernahme, das Papier der Dresdner ging steil nach oben. Doch die Stimmung drehte schnell: Gestern Nachmittag lag Allianz mit fast drei Prozent im Plus, Dresdner aber leicht im Minus. Die Analysten von HSBC etwa stuften die Aktie des Münchener Versicherungskonzern auf "kaufen" hoch. Auch die Experten von ABN Amro raten jetzt zu "akkumulieren" statt bisher "verkaufen". Das strategische Ziel der Allianz, durch die Übernahme der Dresdner zu einem integrierten Finanzkonzern zu werden, kommt offenbar inzwischen bei den Märkten und den Anlagern an. Die Dresdner-Tochter Deutsche Investment-Trust (DIT) passe gut in die Allianz-Stratgie, meinte etwa Carsten Zielke, Analyst bei West LB Panmure. DIT, hinter DWS, Deka und Union die Nummer Vier der deutschen Fondsbranche, sei zudem ein guter Markenname. Rund 60 Prozent des deutschen Fondgeschäfts läuft über Banken. Allianz und Dresdner zusammen steigen zu einem der größten Vermögensverwalter weltweit auf. Die Allianz-Gruppe alleine verwaltete bisher ein Vermögen von knapp 740 Milliarden Euro, etwa die Hälfte davon für Dritte. Mit der Dresdner-Tochter Advance Bank könnte die Allianz ebenfalls etwas anfangen. Die Direktbank hat sich, anders als andere Online-Broker, auf den Beratungsansatz spezialisiert. Damit erreiche sie die lukrative "zweite Welle" der Kunden, also vornehmlich die einkommensstarke Klientel, die wiederum für die Vermögensvewaltung interessant ist. Kritik gibt es von Analysten, dass der Kaufpreis für die Dresdner zu hoch sein könnte. Ein Preis von 54 bis 60 Euro je Dresdner-Aktie wurde am Donnerstag für vertretbar gehalten.

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