Wirtschaft : Allianz der Billigflieger kritisiert BBI

Der Flughafen werde „ein Milliardengrab“

Daniel Rhee-Piening

Berlin – Nach der scharfen Kritik von Easyjet an den Planungen für den Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) haben sich nun weitere Billig-Fluggesellschaften zu Wort gemeldet. In einer gemeinsamen Mitteilung erklären die im Verband der Europäischen Niedrigpreisfluggesellschaften (ELFAA) zusammengefassten Airlines Ryanair, Easyjet, HLX, Wizz Air, Flybe, Sky Europe, Norwegian, Sterling und Transavia, der geplante Großflughafen am Standort Schönefeld im Süden Berlins drohe ein leeres „Milliardengrab“ zu werden. Sollte der Flughafen in seiner jetzigen Planung umgesetzt werden, sei er für Billigflieger, die so genannten Low Fares Airlines (LFA), nicht attraktiv, heißt es in dem Schreiben.

John Hanlon, Generalsekretär der ELFAA, kritisierte, die Berliner Flughafengesellschaft treibe Planungen voran, die mit teurer Infrastruktur auf die Bedürfnisse der traditionellen Fluggesellschaften wie Lufthansa ausgerichtet seien.

Der Sprecher der Berliner Flughäfen, Ralf Kunkel, sprach von einem „sehr eigenartigen Vorgang“. Noch am 18. August habe sich Hanlon in einer E-Mail an die Berliner Flughäfen positiv zu den veränderten Planungen geäußert und es ausdrücklich begrüßt, dass die Flughafengesellschaft mit allen Fluggesellschaften darüber diskutieren wolle. Einige der im Kopf der „gemeinsamen Pressemitteilung“ genannten Gesellschaften seien überdies offenbar gar nicht von dem Schreiben informiert gewesen. Andere Gesellschaften, etwa Sky Europe und Flybe, würden Berlin gar nicht anfliegen. Die Gesellschaft Tansavia sei erst im vergangenen Jahr von Schönefeld nach Tegel gezogen und „residiere“ nun einträchtig mit den „teuren Fluggesellschaften unter einem Dach“, sagte Kunkel weiter.

Kunkel erneuerte sein Angebot, mit allen interessierten Fluggesellschaften über die Planungen für den Großflughafen zu diskutieren. Mit einer Vielzahl habe man inzwischen auch feste Termine für ein Treffen vereinbart, erklärte Kunkel.

Ein Sprecher des Billigfliegers HLX, einer Tui-Tochter, sagte dem Tagesspiegel, der Begriff „gemeinsame Presseerklärung“ sei sicherlich nicht richtig. Vielmehr handele es sich um eine Presseerklärung des Verbandes, die „etwas pointiert und vielleicht auch überakzentuiert“ ausgefallen sei. Zu berücksichtigen sei aber, dass „Platzhirsch“ am Standort Berlin eben Easyjet sei. HLX befinde sich in Gesprächen mit BBI und habe deutlich gemacht, welche Belange berücksichtigt werden sollten. Auch gehe man davon aus, dass die Gebührenpolitik moderat bleibe.

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