Wirtschaft : Allianz klagt über die Riester-Rente

Die Kundschaft setzt auf Lebensversicherungen/Aktienquote knapp über zehn Prozent

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Stuttgart (dpa). Die Allianz Leben verzeichnet auch im dritten Quartal zweistellige Zuwachsraten. Wie der Vorstandsvorsitzende Gerhard Rupprecht am Dienstag in Stuttgart erklärte, wurden die Neubeiträge in den ersten neun Monaten um 16,4 Prozent auf 2,19 (Vorjahr: 1,88) Milliarden Euro gesteigert. Weiterhin enttäuschend verlaufe das Geschäft mit den RiesterVerträgen, sagte Rupprecht. Bis Ende September seien nur noch 50700 neue Verträge abgeschlossen worden, was einem Rückgang um 90 Prozent entspricht.

Nach Rupprechts Worten setzen die Verbraucher zunehmend auf „sichere Finanzprodukte“ wie die Lebensversicherung. Die Allianz Leben erzielte im Neugeschäft ein deutlich stärkeres Wachstum als der Markt, der um 7,7 Prozent expandierte. Mit einem Neugeschäftsanteil von 19,2 Prozent habe das Unternehmen seine Marktführerschaft gefestigt. Auf das Ergebnis für das Jahr 2003 angesprochen sagte Rupprecht, der Jahresüberschuss dürfte die Vorjahreshöhe von 175 Millionen Euro übertreffen. Zur Überschussbeteiligung sagte der Allianz-Chef: „Wir fühlen uns mit der aktuellen Aktienquote und der Portfoliostruktur wohl.“ Das Neugeschäft der Allianz Leben setzt sich zusammen aus 862,1 (625,6) Millionen Euro laufenden Beträgen und Einmalbeträgen in Höhe von 1,3 (1,26) Milliarden Euro.

Rupprecht sagte: „Unser Wachstum bei den laufenden Beiträgen ist mit 37,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erfreulich hoch.“ Bereits heute sei erkennbar, dass die staatlich geförderte Altersvorsorge zunehmend über den Betrieb läuft.

Immer mehr Arbeitnehmer wandelten Teile ihres Entgelts in eine betriebliche Altersversorgung um. Allein in den ersten drei Quartalen seien bei Allianz mehr als 224000 Arbeitnehmer neu versichert worden. Dies führte dazu, dass Allianz im Firmengeschäft die Neubeträge um 55 Prozent auf 787 Millionen Euro steigern konnte.

Der Kapitalanlagebestand betrug zum 30. September 105,6 Milliarden Euro. Über zwei Drittel waren festverzinslich angelegt: 49,7 Prozent in Darlehen, 10,1 Prozent in Hypotheken sowie 10,9 Prozent in weitere festverzinsliche Wertpapiere. Weitere wichtige Anlageformen sind Investmentzertifikate mit 20,1 Prozent, Aktien und Anteile an verbundenen Unternehmen mit 6,6 Prozent und Immobilien mit 2,6 Prozent. Die Aktienquote liege nach Marktwerten bei 10,7 Prozent.

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