Wirtschaft : Allianz plant Terrorversicherung

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Die Münchner Allianz AG will Fluggesellschaften wieder in großem Stil gegen Terroranschläge versichern. "Wir bestätigen solche Pläne", sagte ein Allianz-Sprecher in München auf Anfrage. Zu Details machte er allerdings keine Angaben. Dagegen will die "Süddeutsche Zeitung" von rund fünf Milliarden Dollar Deckungssumme erfahren haben. "Damit wäre die Kuh vom Eis", sagte ein Branchenkenner zu dieser Dimension, die den Bedarf aller heimischen Airlines abdecken würde.

Nach den Terrorakten in den USA hatten Versicherer global ihre Luftfahrtpolicen für Schäden gekündigt, die durch terrorbedingte Flugzeugabstürze verursacht werden. Die Deckungssumme wurde kurzfristig von einer Milliarde auf 50 Millionen Dollar je Absturz reduziert. Dadurch wären viele Flugzeuge unterversichert gewesen, was ihnen ein Landungsverbot auf diversen Flughäfen eingebracht und den internationalen Flugverkehr stark beeinträchtigt hätte. Rund um den Globus sind deshalb Regierungen mit Staatsgarantien in die Bresche gesprungen.

In Deutschland ist diese Staatshaftung derzeit bis Ende März befristet. Eine Verlängerung um weitere zwei Monate wurde aber soeben in Aussicht gestellt. Ob das noch nötig ist, wenn die Allianz nun wirklich innerhalb weniger Wochen wieder auf den Plan tritt, ist von der geplanten Deckungssumme abhängig. Bei der genannten Dimension von fünf Milliarden Dollar wäre der Staat wohl weitgehend aus dem Schneider. Wenn Terroristen nach US-Vorbild in Deutschland zuschlagen würden, könnte das die Versicherer im schlimmsten Fall fünf bis sechs Milliarden Euro kosten, haben Versicherungsexperten errechnet.

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