Wirtschaft : Allianz rettet sich in die Gewinnzone

Ohne den Verkauf des Beiersdorf-Anteils wäre der Versicherungskonzern tief in den roten Zahlen

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München (nad). Der Allfinanzkonzern Allianz sieht seine Durststrecke überwunden. Nach einem Milliardenverlust im Jahr 2002 schaffte er im vergangenen Jahr wieder den Sprung in die Gewinnzone. Obwohl die kriselnde Tochter Dresdner Bank die Münchner nach wie vor stark belastet, will die Allianz ihr operatives Ergebnis in diesem Jahr deutlich verbessern und im Jahr darauf wieder einen Spitzenplatz in der Branche einnehmen. „Wir sind zuversichtlich, spätestens von 2005 an wieder dort zu sein, wo wir hingehören – in der ersten Liga der ertragsstarken Unternehmen", sagte der seit knapp einem Jahr amtierende Vorstandsvorsitzende Michael Diekmann am Donnerstag. An der Börse zeigte der positive Ausblick allerdings keine Wirkung. Der Kurs der Allianzaktie gab in einem insgesamt schwachen Markt um 3,98 Prozent auf 89 Euro nach.

Dass die Allianz für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro ausweisen kann, verdankt sie dem Verkauf ihres Anteilspakets an dem Kosmetikkonzern Beiersdorf, der 2,8 Milliarden Euro einbrachte. Ohne diesen Verkauf hätte die Allianz zum zweiten Mal in Folge einen Jahresverlust ausweisen müssen. „Wir müssen noch effizienter, schlanker und schlagkräftiger werden“, sagte Diekmann. Nach der Ertragswende der USTochter Fireman’s Fund und AGR, in der das Industrieversicherungsgeschäft des Konzerns gebündelt ist, soll in diesem Jahr auch die französische AGF die Ertragswende schaffen. Zudem will die Allianz noch weitere, nicht zum Kerngeschäft gehörende Beteiligungen abbauen. Allein im vergangenen und in diesem Jahr stehen 20 Desinvestitionen auf der Verkaufsliste.

Das größte Sorgenkind war wieder die Dresdner Bank, die die Allianz im Jahr 2000 übernommen hatte. Trotz deutlich reduzierter Kosten und drastischem Personalabbau steuerte die Bankt einen Verlust von 1,3 (Vorjahr: minus 1,4) Milliarden Euro zum Konzernergebnis bei. Deshalb will die Allianz in diesem Jahr die Kosten weiter deutlich senken. Die operativen Erträge sollen nach einem Rückgang im vergangenen Jahr wieder „moderat steigen.“ Im laufenden Jahr rechnet Allianz-Finanzvorstand Helmut Perlet bei der Dresdner Bank nochmals mit Restrukturierungskosten bis zu 180 Millionen Euro. 2003 Jahr hatte die Allianz bereits 840 Millionen Euro in die Sanierung der Bank gesteckt. Diekmann zeigte sich überzeugt davon, dass das Institut die Ertragswende bis zum kommenden Jahr schaffen werde.

In ihrem Kerngeschäft Versicherungen machte die Allianz im vergangenen Jahr Fortschritte. Die Schaden- und Unfallversicherung steuerte dazu mit 2,8 Milliarden Euro den Löwenanteil bei. Die Schaden-Kosten-Quote – das Verhältnis von Schadenaufwendungen und Kosten zu den Beiträgen – verbesserte sich in diesem Segment von 105,7 auf 97 Prozent.

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