Wirtschaft : Allianz übertrifft eigene Prognose

Dresdner Bank trägt erstmals kräftig zu den guten Zahlen des Konzerns bei

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München Der Allfinanzkonzern Allianz hat im ersten Quartal noch mehr Gewinn gemacht als zunächst angenommen. Das Nachsteuerergebnis sei von 617 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Allianz am Freitag in München mit. Bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen auf der Hauptversammlung vor einer Woche hatte die Allianz über einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro berichtet. Insgesamt stieg der Quartalsgewinn im Vergleich zum Vorjahr um knapp 33 Prozent. Geschmälert wird die Freude allerdings durch positive Effekte aufgrund von Änderungen in den Bilanzierungsregeln und durch Beteiligungsverkäufe, die das Ergebnis aufpolierten.

Zu dem guten Quartalsergebnis trug vor allem das Schaden- und Unfallgeschäft bei, das beim operativen Ergebnis um mehr als das Doppelte auf eine Milliarde Euro zulegte. Die Schaden-Kosten-Quote in dieser Sparte sank um 3,7 Prozent auf 92,1 Prozent, obwohl in einigen Bereichen – wie der Kfz-Versicherung – ein Preiskampf tobt. Ab einer Schaden-Kosten-Quote von unter hundert Prozent arbeitet ein Versicherer profitabel.

Erstmals steuerte auch die im Sommer 2001 übernommene Dresdner Bank einen ordentlichen Anteil zum Konzerngewinn bei. Das einstige Sorgenkind profitierte von einer deutlich gesunkenen Risikovorsorge, Kosteneinsparungen in der Verwaltung und Sondererlösen. Insgesamt verbuchte die Bank einen Gewinn von 466 (Vorjahr 88) Millionen Euro. Darin sind aber Erträge von 233 Millionen Euro durch einen internen Aktientransfer enthalten, die sich im Konzern wieder ausgleichen. Bereinigt um diesen Effekt, trug die Dresdner Bank 233 Millionen Euro zum Gewinn der Allianz bei. Das Kreditinstitut fuhr die Vorsorge für faule Kredite um ein Viertel auf 100 Millionen Euro zurück. Die Aufwendungen für Personal- und Sachkosten sanken um vier Prozent. Die Dresdner Bank baut derzeit rund 4700 Arbeitsplätze ab. Die Bank soll nach Angaben der Allianz ihre Kapitalkosten von knapp neun Prozent in diesem Jahr verdienen. Das entspräche etwa einem Gewinn von 700 Millionen Euro.

Für das gesamte Jahr zeigte sich Allianz-Controllingvorstand Helmut Perlet optimistisch. Er bekräftigte die Prognose unter der Voraussetzung, dass es nicht zu unerwarteten Rückschlägen auf den Kapitalmärkten kommt. Die Allianz will ihren Gewinn 2005 deutlich steigern. „Mit einem Jahresüberschuss von 3,5 Milliarden Euro wären wir nicht zufrieden“, fügte Perlet hinzu. Dabei kommen dem Konzern Effekte durch den Wegfall von Firmenwertabschreibungen mit einem Volumen von 1,1 Milliarden Euro zugute. Im Vorjahr hatte die Allianz 2,2 Milliarden Euro Gewinn gemacht. nic

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