Wirtschaft : Allianz und Dresdner Bank: Die Versicherungsgesellschaft hält jetzt 95 Prozent an dem Kreditinstitut

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Die Münchner Allianz AG feiert ihre Mehrheitsübernahme der Dresdner Bank als "überwältigenden Erfolg". Im Rahmen des Tauschangebots an die Bankaktionäre habe der Versicherer aus dem Streubesitz über 92 Prozent der Dresdner-Aktien eingesammelt, teilte die Allianz in München mit. "Wir freuen uns über die hohe Akzeptanz und das große Vertrauen," sagte Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle zum Ergebnis. Bank und Versicherer hätten nun die historisch einmalige Chance, hier zu Lande bei der privaten und betrieblichen Altersvorsorge eine Pionierrolle zu spielen. Inklusive bereits früher gehaltener Anteile an der Dresdner Bank und Terminkäufen hält die Allianz nach eigenen Angaben nun gut 95 Prozent am Kreditinstitut, dessen Tage im Dax vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung damit gezählt sind. Auf die Dresdner folgt voraussichtlich am Freitag der Finanzdienstleister MLP in den Dax. Von den Brüsseler Kartellhütern erwartet die Allianz ohne jede Auflage grünes Licht. Bis dahin soll auch das endgültige Ergebnis des Übernahmeangebots vorliegen, so dass die Transaktion formal am darauf folgenden Montag abgeschlossen sein dürfte. Zu diesem Zweck hat der Versicherer den Dresdner-Aktionären angeboten, je zehn Bankaktien in ein Allianz-Papier zuzüglich 200 Euro in bar zu tauschen. Auch die eigenen Aktionäre hatten jüngst der Bildung des größten deutschen Allfinanzkonzerns zugestimmt. In Deutschland erreicht das Duo über 20 Millionen Kunden und damit gut ein Drittel aller Privatkunden, die Hälfte aller Firmen und 95 Prozent der 200 größten Konzerne Deutschlands, betonte Schulte-Noelle vor kurzem. Der Zusammenschluss von Allianz und Dresdner sei eine spezifische Antwort auf die Bedürfnisse des heimischen Markts. Für das Geschäft mit privater Altersvorsorge könne die Allianz, angereichert vor allem durch die Dresdner-Filialen und deren Fondsgesellschaft Dit, nun alle Finanzprodukte über alle Vertriebswege anbieten. Das soll ab 2006 einen Gewinnschub von jährlich rund zwei Milliarden Mark bringen. Stellen kostet die Verschmelzung beider Finanzkonzerne nach frühreren Angaben unter dem Strich nicht. Zwar sollen zunächst rund 600 der gemeinsam 170 000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Dem stehe ein wachstumsbedingter Aufbau von etwa 3000 Stellen gegenüber. Auf Personalebene wird sich nach Ansicht von Experten auch das Gelingen des in der Branche umstrittenen Allfinanzkonzepts entscheiden. Bis Ende des Jahres will die Allianz 1000 Versicherungsvertreter in die noch 850 Dresdner-Filialen schicken, um dort für Assekuranz-Know-how zu sorgen.

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