• Allianz und Münchener Rück starten Entflechtung Konzerne senken gegenseitige Beteiligungen auf unter 20 Prozent

Wirtschaft : Allianz und Münchener Rück starten Entflechtung Konzerne senken gegenseitige Beteiligungen auf unter 20 Prozent

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  München/Berlin (dr/dpa). Die beiden größten deutschen Versicherungskonzerne Allianz und Münchener Rück haben mit dem Abbau ihrer Überkreuzbeteiligungen begonnen. Die Münchener Rück habe ihren Anteil an der Allianz von mehr als 20 auf weniger als 20 Prozent gesenkt, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch in München. Die Allianz schraubte ihren Anteil an dem weltgrößten Rückversicherer nach eigenen Angaben von 22,4 Prozent auf ebenfalls unter 20 Prozent zurück. Beide Konzerne hatten bereits angekündigt, ihre gegenseitige Beteiligung mittelfristig auf jeweils rund 15 Prozent reduzieren zu wollen. Durch die Entflechtung wollen sich die beiden Konzerne unabhängiger von der gegenseitigen Gewinnentwicklung machen. Im vergangenen Jahr waren beide Unternehmen durch das enge Bündnis belastet worden.

Die Börse begrüßte die eingeleitete Entflechtung. Mit einem Plus von 8,8 beziehungsweise knapp sechs Prozent belegten Münchener Rück und Allianz am Mittwoch vordere Plätze im Dax. Besonders die Aktie der Münchener Rück war in den vergangenen Tagen massiv unter Druck geraten und hatte mehr als 30 Prozent ihrer Marktkapitalisierung eingebüßt.

Die Beteiligung an der Münchener Rück ist nur ein kleiner Teil des Anlagevermögens des AllianzKonzerns, das dieser vermindern will. Entstanden sind die Beteiligungen unter anderem deshalb, weil der Versicherungskonzern Anlagemöglichkeiten für die Prämienzahlungen seiner Kunden brauchte. Seit längerem sucht die Allianz nach einem Käufer für ihr Beiersdorf-Paket. In diesem Zusammenhang wird immer der zweite Großaktionär Tchibo genannt (siehe nebenstehenden Bericht). Doch damit nicht genug, das Allianz-Portfolio liest sich wie das Who ist Who der deutschen Wirtschaft. Die Allianz besitzt unter anderem rund 31 Prozent an der Autobahn-Raststättengesellschaft Tank&Rast und rund 25 Prozent am Baukonzern Bilfinger+Berger. Im Chemie- und Pharmabereich ist die Versicherung mit etwa zehn Prozent bei BASF, mit fast sechs Prozent bei Bayer und mit fast 12 Prozent bei Schering engagiert. Aus dem Automobilbereich sind BMW rund sechs Prozent), Daimler-Chrysler (1,6 Prozent), Volkswagen (1,4 Prozent) und Continental (acht Prozent) zu nennen. Auch rund vier Prozent der Siemens-Aktien besitzt die Allianz. Im Einzelhandel ist die Allianz mit einem Anteil von rund 14 Prozent an Karstadt-Quelle dabei.

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