Wirtschaft : Allianz verdient 2,2 Milliarden Euro

Versicherungskonzern will 2005 beim Gewinn sogar noch zulegen / Geschäftsbericht weist erstmals Vorstandsgehälter aus

Nicole Huss

München - Das florierende Versicherungsgeschäft und die Ertragswende bei der lange Zeit verlustreichen Tochter Dresdner Bank haben der Allianz 2004 zu einem Gewinnsprung verholfen. Die Dividende soll daher von 1,50 auf 1,75 Euro je Aktie erhöht werden. Für das laufende Jahr hat sich der größte europäische Versicherungskonzern noch ehrgeizigere Ziele gesteckt. Dennoch gab die Allianz-Aktie am Donnerstag um 1,5 Prozent auf 97,25 Euro nach. Der Grund waren Gewinnmitnahmen der Anleger.

„Ich bin stolz, sagen zu können, dass wir unsere eigenen Pläne nicht nur erfüllt, sondern übertroffen haben“, sagte Vorstandschef Michael Diekmann am Donnerstag. Die Allianz sei wieder ein Unternehmen mit solider Kapitalbasis und hoher Ertragskraft. Der Umsatz stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 3,3 Prozent auf 96,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte um mehr als zwei Drittel auf 6,9 Milliarden Euro; der Konzerngewinn stieg von 1,9 auf 2,2 Milliarden Euro. Hätte die Allianz das Ergebnis 2003 nicht mit dem milliardenschweren Verkauf der Anteile am Kosmetikhersteller Beiersdorf aufpoliert, wäre die Gewinndifferenz noch weitaus größer ausgefallen.

Damit trägt das harte Sanierungsprogramm, das Vorstandschef Diekmann bei seinem Amtsantritt vor gut zwei Jahren eingeleitet hatte, Früchte. Dazu gehörten eine milliardenschwere Kapitalerhöhung, der Verkauf zahlreicher, nicht zum Kerngeschäft gehörender Beteiligungen und eine deutliche Steigerung der Profitabilität.

Diekmann sagte, die Allianz habe ihren Ertrag aus eigener Kraft gestärkt. Zugpferd war dabei die Schaden- und Unfallversicherung, in der die Schaden-Kosten-Quote von 97 auf 92,9 Prozent sank. Je weiter die Quote unter 100 Prozent liegt, desto profitabler arbeitet ein Versicherer. In der Lebens- und Krankenversicherung verkaufte die Allianz Leben fast 1,2 Millionen Versicherungsverträge – so viel wie nie zuvor. Insgesamt stiegen die Beitragseinnahmen der Allianz-Gruppe von 85 auf 88,2 Milliarden Euro. Zufrieden zeigte sich Diekmann auch mit dem Ergebnis der Dresdner Bank, die nach einem Milliardenverlust im Vorjahr erstmals einen Jahresgewinn verbuchte (siehe Kasten) .

2005 will die Allianz ihren Umsatz erneut um etwa drei Prozent steigern. Der Gewinn soll um mindestens zehn Prozent steigen. Zudem erwartet die Allianz allein aus veränderten Bilanzierungsregeln und dem Wegfall der Restrukturierungskosten bei der Dresdner Bank einen Anstieg des Gewinns nach Steuern um 1,3 Milliarden Euro. Auch in die weitere Zukunft blickt die Allianz optimistisch: Ab 2006 will der Konzern beim Nettoergebnis jährlich zweistellig wachsen.

Im Geschäftsbericht 2004 weist die Allianz erstmals die Vorstandsgehälter einzeln aus. Konzernchef Diekmann verdiente demnach 2,55 Millionen Euro, Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter 2,3 Millionen Euro. Wenn das Geschäft gut läuft und der Aktienkurs steigt, dürfen beide noch mit einem Aufschlag von zwei bis drei Millionen Euro rechnen.

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