Wirtschaft : Allianz wächst weiter

MÜNCHEN (tmh).Die weltweit größte Versicherung Allianz AG, München, bleibt trotz der Rückschläge an den Finanzmärkten auf Wachstumskurs.Insbesonders die für das Jahresergebnis entscheidenden Erträge aus Kapitalanlagen lägen zum Halbjahr im Rahmen der Planung, teilte das Unternehmen in einem Zwischenbericht mit.Die Allianz habe im ersten Halbjahr an den Börsen Gewinne realisiert.Die derzeit sinkenden Aktienkurse führten zu keinem höheren Abschreibungsbedarf.Der Jahresüberschuß werde deshalb voraussichtlich prozentual zweistellig steigen, wie es Firmenchef Henning Schulte-Noelle zuletzt in Aussicht gestellt hatte, ergänzte ein Sprecher.

Damit sind Befürchtungen von Analysten, die Allianz könnte unter den schwächelnden Börsen leiden, vom Tisch.Im Vorjahr stieg der Jahresüberschuß im Allianz-Konzern um ein Fünftel auf 2,7 Mrd.DM.Börsianer rechnen für die laufende Periode mit 3,1 bis 3,2 Mrd.DM und ähnlichen Zuwächsen in Folgejahren.Der jüngste Verkauf der 15prozentigen Allianzanteile an der BHF- Bank dürfte 1998 zusätzlich bis zu einer Mrd.DM in die Kassen bringen.An der Börse rechnet man deshalb auch mit einer Erhöhung der Dividende um 20 Pfennig auf 2,10 DM je Aktie.

Die Allianz selbst macht keine konkreten Ergebnis- oder Dividendenprognosen für 1998.Voraussetzung für den unveränderten Optimismus des Managements sei ein Anhalten der bislang moderaten Schadensentwicklung und ein Ausbleiben neuer Einbrüche auf den Kapitalmärkten, erklärte die Allianz.In Deutschland nehme derzeit allerdings die Anzahl von Großschäden zu.Für den Anstieg der Beitragseinnahmen im Allianz-Konzern um 16 Prozent auf knapp 52 Mrd.DM im ersten Halbjahr ist fast ausschließlich die Einbeziehung der jüngst übernommenen AGF-Gruppe verantwortlich.Der Konzern steuert damit, wie angekündigt und von Analysten erwartet, bis Jahresende auf ein Prämienvolumen von 107 bis 108 Mrd.DM zu.Auch der knapp 30prozentige Mitarbeiterzuwachs geht fast ausschließlich auf die AGF zurück.Ende Juni 1998 beschäftigte der Gesamtkonzern über 100 000 Frauen und Männer.Für das Inland wurde zuletzt ein Abbau von bis zu 1.500 Stellen binnen drei Jahren angekündigt.

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