Alltag : Carsharing mit dem Nachbarn

Über die Internetplattform Nachbarschaftsauto.de sollen Besitzer ihren Wagen an Mieter aus der Umgebung verleihen - eine lukrative Alternative zu kommerziellen Carsharing-Anbietern.

Simon Poelchau

Berlin - Ein VW Golf 2.0 TDI kostet seinen Besitzer laut ADAC rund 440 Euro im Monat. Viel Geld, wenn man bedenkt, dass ein privates Auto nach Angaben des Verkehrsclubs Deutschland nur eine Stunde täglich genutzt wird. Christian Kapteyn hat das auf eine Idee gebracht: Er hat die Internetplattform Nachbarschaftsauto.de gegründet, die am Dienstag online ging und den privaten Autoverleih organisieren soll.

Auf der Internetseite können sich Fahrzeughalter und Menschen, die ein Auto suchen, bundesweit registrieren. Autosuchende nehmen über die Plattform Kontakt zu Autobesitzern in ihrer Umgebung auf. Zahlen muss der Ausleiher eine Leihgebühr an den Vermieter und eine Versicherungspauschale von 8, 90 Euro an das Internetportal. „Nachbarschaftsauto macht es einfach und sicher, ein Auto zu leihen oder zu verleihen“, sagte Kapteyn am Dienstag in Berlin. Finanziell würden alle Beteiligten davon profitieren, weil der Besitzer Geld für sein Auto bekomme und für den Ausleiher niedrigere Gebühren als bei kommerziellen Autovermietungen anfielen. Zurzeit ist der Service kostenlos, nach einer Testphase will der Anbieter ein bis zwei Euro Provison pro Autovermietung vom Besitzer verlangen.

Kapteyn will eine Alternative zu kommerziellen Carsharing-Anbietern schaffen, wie zum Beispiel dem Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn. Auch Autobauer haben großes Interesse an entsprechenden Modellen. Daimler ist bereits erfolgreich mit seinem Projekt „Car2Go“ eingestiegen. Nach Ulm will der Smart- Hersteller zusammen mit Europcar ab April in Hamburg 300 Smarts für den kurzfristigen Verleih anbieten. BMW hatte unlängst ebenfalls angekündigt, ins Carsharing einsteigen zu wollen. VW soll ähnliche Pläne haben.