Allzeithoch : Euro knackt 1,50 US-Dollar-Marke

Der Euro klettert auf den höchsten Wert seiner Geschichte. Schwache Konjunktur, der Ifo-Index und die amerikanischen Ängste einer Rezession in den USA kommen der Gemeinschaftswährung zu Gute.

Frankfurt/MainDer Euro hat am Dienstag erstmals die psychologisch wichtige Marke von 1,50 Dollar durchbrochen und damit ein neues Allzeithoch markiert. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte am Dienstag bis auf 1,5047 Dollar. Befeuert wurde der Höhenflug nach Einschätzung von Analysten einerseits vom überraschend positiven Geschäftsklima-Index des Münchner ifo-Instituts, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Zum anderen profitierte der Euro demnach von der langsamen Konjunkturentwicklung in den USA und anhaltenden Rezessionsängsten. Seinen bisherigen Höchstwert hatte der Euro am 23. November mit 1,4967 Dollar erreicht.
  
Seinen Spitzenwert von 1,5047 Dollar verbuchte der Euro gegen 23.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit, danach fiel er auf 1,5017 Dollar zurück. Analysten zufolge wurde die Gemeinschaftswährung durch den ifo-Index aus Deutschland kräftig angeschoben, der in starkem Kontrast zu trüben Wirtschaftsdaten aus den USA stand: Unter anderem ging nach dem am Dienstag veröffentlichten einflussreichen Index des Conference Board das Verbrauchervertrauen in den USA nach 87,3 Punkten im Januar auf 75,0 im Februar weiter zurück.

Überraschende Steigerung des Ifo-Index

  
Dem Ifo-Geschäftsklima-Index zufolge hat sich die Stimmung der Unternehmer in Deutschland trotz anhaltender Finanzkrise und der Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen aufgehellt. Die Unternehmen beurteilten die aktuelle Geschäftslage deutlich positiver als noch im Januar. Kräftig verbessert hat sich das Geschäftsklima demnach im Einzelhandel, wo die Firmen ihre derzeitige Situation sogar erheblich günstiger als noch im Januar bewerten. "Der deutsche Ifo-Index zum Geschäftsklima ist im Februar überraschend den zweiten Monat in Folge nach oben gegangen, das bringt den Euro voran", sagte Boris Schlossberg, Währungsanalyst bei Forex Capital Markets in den USA.
  
Wegen der schleppenden Konjunkturentwicklung in den USA und den Rezessionssorgen sind weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Fed zu erwarten, was den Dollar gegenüber dem Euro als Geldanlage unattraktiver macht. US-Präsident George W. Bush betonte am Dienstage allerdings, die US-Wirtschaft stecke nicht in einer Rezession und gleite auch nicht in eine solche ab. Die Wirtschaft habe zwar an Fahrt verloren, das sei aber etwas anderes als eine Rezession, sagte Bush in einem Rundfunkinterview: "Ich habe Vertrauen in unsere Wirtschaft."
  
Ein hoher Euro-Kurs nützt deutschen Verbrauchern etwa bei USA-Reisen, die billiger werden. Zugleich drohen hohe Euro-Kurse die deutsche Wirtschaft zu belasten, da sie Exporte ins Nicht-Euro-Ausland verteuern. (mpr/AFP/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar