Wirtschaft : Alstom startet an der Börse

PARIS (AFP).Das britisch-französische Konsortium Alstom, das unter anderem den Hochgeschwindigkeitszug TGV baut, ist am Montag an die Börse gegangen.Die Aktie des Energie- und Verkehrstechnikkonzerns wurde gleichzeitig in Paris, London und New York eingeführt.Die Pariser Börse zeigte am Vormittag keinen großen Enthusiasmus für den Neuankömmling, der zunächst nicht über dem Ausgabepreis von 205 Franc (knapp 61 DM) gehandelt wurde.Börsenanalysten erklärten die Zurückhaltung mit der ungewissen Zukunft der Alstom-Geschäfte auf dem asiatischen Markt.Zu der bislang größten Börseneinführung in Europa außerhalb von Privatisierungen war das Unternehmen mit Sitz in Paris von GEC Alsthom in Alstom umgetauft worden.

GEC Alsthom war 1989 vom französischen Alcatel-Konzern und dem britischen Unternehmen General Electric Company (GEC) gegründet worden.Die beiden Muttergesellschaften behalten nach Angaben des neuen Alstom-Chefs Pierre Bilger jeweils 21 Prozent des Kapitals.Insgesamt wurden mehr als 109 Mill.Aktien auf den Markt gebracht.Die Nachfrage habe um das Dreifache über dem Angebot gelegen.Das Unternehmen hoffte vor allem auf institutionelle Anleger.

Alstom stellt insbesondere Kraftwerke her und ist im Bereich Schienen- und Schiffsverkehr tätig.Der Umsatz wird im Geschäftsjahr 1997/98 vermutlich umgerechnet 27,7 Mrd.DM betragen.Bilger rechnet ab den Jahren 2000 oder 2001 mit einem jährlichen Umsatzwachstum von sechs Prozent.Der Konzern will Weltmarktführer auf dem Gebiet der Stromversorgung und der Verkehrstechnik werden, wo er mit einem Marktanteil von 14 Prozent bisher hinter dem schwedisch-schweizerischen Konzern ABB den zweiten Platz einnimmt.Alstom hat insgesamt 110 000 Beschäftigte in rund 60 Ländern, davon alleine 48 000 in Frankreich.Wie bei der Teilprivatisierung der France Telecom stellte die Pariser Börsengesellschaft für den Notierungstag der Alstom-Aktien Sonderregeln auf.So sollte der Handel erst dann kurzeitig unterbrochen werden, wenn der Titel 20 Prozent seines Ausgabewerts für Privatanleger über- oder unterschreitet.Üblich ist eine Schwankungsbreite von zehn Prozent.

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