Wirtschaft : Altana sucht Partner für Pharma-Sparte Konzern wird gespalten Rekord im Jahr 2005

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Bad Homburg Den Pharma- und Chemie-Konzern Altana wird es in seiner heutigen Form in einem Jahr nicht mehr geben, weil das Unternehmen aufgespalten wird. Vorstandschef Nikolaus Schweickart bestätigte am Mittwoch, dass beide Unternehmensbereiche 2006 verselbstständigt werden. Die Chemiesparte wird an die Börse gebracht, das Pharmageschäft in eine Allianz eingebracht oder verkauft. „Eine Zerschlagung oder eine Zerlegung der Pharma-Sparte ebenso wie eine Auktion schließe ich allerdings aus“, sagte Schweickart.

Die Holding des Unternehmens mit Sitz in Bad Homburg wird in jedem Fall überflüssig und damit möglicherweise auch 60 Arbeitsplätze. Offen ist nach Angaben des Altana-Chefs auch, ob die Aktie künftig im Dax bleibt. Schweickart trat Spekulationen entgegen, dass die Pharma-Sparte in jedem Fall verkauft wird. „Das Ergebnis unserer Überlegungen ist völlig offen. Ich schließe keine Option aus.“ Schweickarts eigener Job dürfte spätestens Ende 2006 überflüssig werden, weil es keine Holding mehr geben wird. „Finanzvorstand Hermann Küllmer und ich werden uns sozusagen selbst wegrationalisieren“, sagte der Altana-Chef.

2005 werde Altana das zehnte Rekordjahr in Folge erreichen, hieß es weiter. Der Umsatz soll um zehn Prozent zulegen, der Gewinn um einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen. In den ersten neun Monaten verbuchte Altana ein Umsatzwachstum von sechs Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, 1,7 Milliarden entfallen auf Pharma, rund 630 Millionen auf Chemie. Der Gewinn nach Steuern kletterte um 14 Prozent auf 352 Millionen Euro. Auch für den Arbeitsmarkt gibt Altana Impulse: Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich bis Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um 2600 auf 13400. Etwa 600 bis 800 entfallen auf echte neue Stellen, der Rest auf einen Zukauf im Chemie-Bereich.

Die Neuausrichtung des Unternehmens ist nach Ansicht des Altana-Chefs jetzt notwendig, um die beiden Bereiche langfristig zu sichern. In der Pharma- Sparte entfallen fast 60 Prozent des Umsatzes auf das Magenpräparat Pantoprazol, dessen Patent 2009 ausläuft. Die beiden anderen wichtigen neuen Atemwegspräparate Alvesco und Daxas werden den Umsatzrückgang, so Schweickart, „nicht auffangen und schließen können.“ ro

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