Wirtschaft : Altauto-Entsorgung

Der Streit um die EU-Altautorichtlinie hat einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund. Denn die Richtlinie will anders als die deutsche Altautoverordnung nicht die Autofahrer, sondern die Unternehmen in die Pflicht nehmen. Nach der EU-Richtlinie sollen die Hersteller nämlich ab dem Jahr 2003 gezwungen werden, die Altfahrzeuge kostenlos zurückzunehmen. Das, so argumentiert die Branche, koste sie Rückstellungen in Milliardenhöhe und verteuere den Kaufpreis für einen Neuwagen um 200 bis 300 DM. Zudem will Brüssel den europäischen Autobauern verbieten, die bei der Autoproduktion verwendeten Schadstoffe Blei, Cadmium, Quecksilber und Chrom - wie bisher - in den Schredder zu werfen und Kunststoffe zu verbrennen. Vielmehr sollen die Schadstoffe entsorgt und der Rest der Fahrzeuge wiederverwertet werden.Die deutsche Altautoverordnung, seit dem 1. April 1998 in Kraft, bleibt hinter dem zurück. Sie zwingt die Halter, für eine ordnungsgemäße Entsorgung ihrer Rostlauben zu sorgen. Die deutsche Verordnung ist eine "Freiwillige Selbstverpflichtung" von 16 Verbänden, die sich zur ARGE-Altauto zusammengeschlossen haben. Eine Rücknahme der Fahrzeuge zum Nulltarif ist daher nur möglich, wenn die Autos nach dem 1. April 1998 neu zugelassen wurden und bei der Verschrottung nicht älter als 12 Jahre sind. Ansonsten kostet die Entsorgung Geld - zwischen 150 und 200 DM. Denn um das Fahrzeug beim Straßenverkehrsamt abmelden zu können, müssen Sie nachweisen, daß Sie das Auto verkauft, sicher abgestellt oder für eine korrekte Verwertung gesorgt haben. Einen entsprechenden Verwertungsnachweis darf aber nur ein anerkannter Betrieb ausstellen. Vielen Autofahrern ist das alles zu mühselig: Sie verkaufen ihre Rostlauben nach Osteuropa oder "entsorgen" sie widerrechtlich in Seen und Flüssen, kritisieren Umweltschützer. hej

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