Alte Air-Berlin-Strecken : Easyjet bietet innerdeutsche Flüge an

Die britische Billig-Airline attackiert Lufthansa: Ab Januar hebt Easyjet von Tegel Richtung München, Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart ab. Es gibt auch 15 internationale Ziele.

Easyjet macht Lufthansa mit deutschen Verbindungen Konkurrenz.
Easyjet macht Lufthansa mit deutschen Verbindungen Konkurrenz.Foto: REUTERS

Die Billigfluglinie Easyjet steigt in den innerdeutschen Flugverkehr ein. Ab dem 5. Januar will das britische Unternehmen die vier stark gefragten Strecken von Berlin-Tegel nach Düsseldorf, München, Frankfurt und Stuttgart ins Programm aufnehmen. Insgesamt seien wöchentlich 250 Flüge zwischen den Städten geplant, teilte Easyjet mit. Auch 15 europäische Ziele setzt die Airline künftig zusätzlich auf den Plan – darunter Wien, Zürich, Mailand, Madrid, Stockholm und Tel Aviv sowie Mallorca. In der Sommersaison 2018, die Ende März beginnt, soll das Angebot nochmals ausgeweitet werden.

Nach dem Air-Berlin-Aus klettern die Preise

Nachdem die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin den Betrieb Ende Oktober eingestellt hat, ist die Lufthansa zurzeit auf beinah allen Verbindungen innerhalb Deutschlands einziger Anbieter. Reisende klagen seither über deutlich gestiegene Flugpreise. Teurer sind die Tickets auch deshalb, weil durch den Wegfall der Air-Berlin-Verbindungen insgesamt weniger Plätze zur Verfügung stehen. Mit dem Eintritt von Easyjet in den innerdeutschen Markt könnte sich die Situation für Kunden nun entspannen.

Die engste Taktung ist nach Unternehmensangaben auf der Strecke Berlin–München mit durchschnittlich 14 Flügen pro Tag geplant. Für die europäischen Strecken verspricht Easyjet bis zu fünf Verbindungen täglich: Wien und Zürich sollen 68 Mal in der Woche angeflogen werden, Fuerteventura dagegen lediglich zwei Mal. Mit frühen Abflugzeiten will die Billiglinie speziell Geschäftsreisende ansprechen. Die Rede ist von insgesamt rund einer Million zusätzlicher Sitze auf dem Markt.

Easyjet will 25 Flugzeuge übernehmen

Nach der Pleite von Air Berlin hat Easyjet deren Standort am Flughafen Tegel übernommen. Auch 1000 bisherigen Air-Berlin-Beschäftigten bietet das Unternehmen einen Job. Piloten und Flugbegleiter werden jetzt geschult, Maschinen müssen umgeschrieben werden. Damit der Flugbetrieb im neuen Jahr reibungslos starten kann, mietet Easyjet für das erste Quartal vier Flugzeuge samt Besatzung von der zu Thomas Cook gehörenden Ferienfluggesellschaft Condor.

Die Strecken nach Düsseldorf, München, Frankfurt und Stuttgart wurden früher von Air Berlin geflogen. Verbindungen ab München nach Hamburg, Düsseldorf oder Köln/Bonn sind bei Easyjet vorerst nicht geplant. Auch die Strecke Düsseldorf–Hamburg wird zunächst weiterhin nur von der Lufthansa bedient.

Für unter 50 Euro nach München oder Paris

Mit „mehr Auswahlmöglichkeit für die Kunden“ und „niedrigeren Tarifen“ wirbt Easyjet für sein neues Angebot. Wer früh bucht, soll innerhalb Deutschlands ab knapp 50 Euro fliegen können. Nach Budapest, Kopenhagen, Rom Fiumicino oder Paris Charles des Gaulle noch etwas günstiger ab 42,29 Euro.

Noch steht die Ankündigung unter dem Vorbehalt, dass die EU der gewünschten Übernahme von bis zu 25 Jets aus der Air-Berlin-Flotte erst noch zustimmen muss. Die Prüfphase endet am 12. Dezember. Allerdings rechnen alle Seiten mit einem positiven Bescheid der Kommission, die dagegen die Wachstumspläne des Marktführers Lufthansa kritisch beäugt.

Aktuell befördert Easyjet jährlich mehr als 5,3 Millionen Passagiere von und nach Berlin-Schönefeld, von wo aus die Billigflieger 51 Reiseziele ansteuern.

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