Alternative Antriebe : Das Elektroauto passt in die Großstadt

Das Elektroauto ist bezahlbar, kommt mit einer Batterieladung weit genug und kann problemlos aufgeladen werden. Zu diesem erstaunlichen Ergebnis für den Einsatz in Großstädten kommt die Universität Duisburg-Essen im Rahmen eines Forschungsprojekts.

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Energie aus der Steckdose: Elektroantriebe gelten als zukunftsträchtig in der Automobilbranche.
Energie aus der Steckdose: Elektroantriebe gelten als zukunftsträchtig in der Automobilbranche.Foto: dapd

„Das Elektroauto lässt sich ohne größere Infrastrukturmaßnahmen in den Großstadtverkehr integrieren“, resümiert Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft. Und die Autos sind bereits heute erschwinglich und dazu im Betrieb günstiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Bei einem E-Auto der Kompaktklasse, das 15.000 Kilometer im Jahr fährt, veranschlagt Dudenhöffer Stromkosten von 622 Euro und unterstellt dabei einen Kilowattstundenpreis von 24 Cent. Ein vergleichbarer Benziner kostet bei gleicher Fahrleistung und einem Superpreis von 1,50 Euro 1597 Euro – das ist 2,6 mal mehr als beim Elektroauto.

Und selbst bei einem Atomausstieg und in der Folge höheren Strompreisen bleibt das Elektroauto günstiger, weil dieser Antrieb deutlich effizienter ist als der Verbrennungsmotor: „Über 90 Prozent der Energie können mit dem Elektromotor in Bewegung umgesetzt werden, beim Verbrennungsmotor sind es weniger als 35 Prozent.“

In dem Forschungsprojekt wurden per Simulation 33.370 Elektroautos im Kölner Stadtgebiet auf Musterstrecken eingesetzt; Pendler wurden nicht berücksichtigt. Folgende Ergebnisse kamen dabei heraus: Pro Tag legt ein E-Auto im Schnitt 30 Kilometer zurück, eine Batterieladung reicht für vier Tage, übers ganze Jahr verbrauchen alle 33.370 Stromfahrzeuge so viel Energie wie 3,2 Prozent der privaten Haushalte in Köln, und als Ladestation reicht die Haushaltssteckdose – entweder am Arbeitsplatz oder am Wohnstandort.

Schließlich der Preis. Der Nissan Leaf mit 160 Kilometer Reichweite, ist derzeit in den USA für 33.630 Dollar zu haben, das entspricht 23.200 Euro. Und der demnächst kommende Mitsubishi i-MiEV kostete umgerechnet sogar nur 34.990 Euro. Dudenhöffer zufolge fahren in diesem Jahr weltweit 100 000 Elektroautos auf der Straße, 2012 rechnet er mit gut 150.000, bevor es 2013 einen „Sprung“ gibt. Dann will VW den Golf, den Jetta und den Kleinwagen Up mit Elektromotor anbieten, BMW bringt seine i-Reihe und Mercedes kommt mit der A-Klasse.

Das wird dann auch Zeit: Im ersten Quartal wurden auf dem deutschen Markt genau 582 Elektrofahrzeuge zugelassen, das entspricht 0,08 Prozent der Gesamtzulassungen. Von den gut 42 Millionen Autos, die hierzulande unterwegs sind, fahren aktuell rund 2800 mit Elektromotor.

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