Wirtschaft : Alterssicherung: Profitieren von Altersvorsorge-Aktien

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Ein Blick auf die Alterspyramiden macht deutlich, warum die Reform der Alterssicherungssysteme in vielen Ländern zu den wirtschaftspolitischen Kernaufgaben gehört. Von den Bürgern wird bei ihrer Alterssicherung mehr Eigeninitiative gefordert. Der Umbau weg vom umlagenfinanzierten Rentensystem hin zur stärkeren kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge hat für den Bürger und Kapitalanleger mehrere Aspekte.

Die demographischen Probleme des Alterns der Bevölkerung und des damit verbundenen Anstiegs der Rentnerzahlen werden zwar erst in der übernächsten Dekade in voller Schärfe spürbar sein. "Für diese Phase höchster Anspannung der Alterssicherungssysteme sollte jedoch schon heute durch vermehrte Kapitalbildung vorgesorgt werden", rät die Deutsche Bank. Aus der Perspektive des privaten Anlegers ist der derzeit heiß diskutierten Rentenreform daher wesentlich mehr als nur die Sicherung des eigenen Ruhestands abzugewinnen.

Für den Anleger eröffnen sich aus dem "Megatrend Altersvorsorge" interessante Anlagechancen. Denn wenn die Prognosen der Fachleute in den Wertpapierhäusern zutreffen, dann macht es Sinn, eine stärkere private Altersvorsorge mit einem Portefeuille aus internationalen Altersvorsorge-Aktien zu gestalten.

Als die großen Gewinner dieses Megatrends sind die Aktien von Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungsgewerbe zu sehen, bei denen die Altersruhegelder eingesammelt und verwaltet werden. Von dem vorhersehbaren Boom für Produkte und Dienstleistungen rund um die Altersvorsorge werden namentlich die als Kapitalsammelstellen fungierenden Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften, Vermögensverwalter und Finanzdienstleister profitieren. So stehen Schätzungen zufolge allein in Deutschland rund 45 Milliarden Euro pro Jahr an zusätzlichen Vorsorgegeldern zur Kapitalanlage an.

Auch wenn sich zahlreiche Analysten kritisch zum geplanten Zusammenschluss der Münchner Versicherung Allianz und der Dresdner Bank äußerten, sind die aktuellen Signale nicht zu übersehen: Die geplante Hochzeit der beiden Finanzriesen stand unter dem Diktat des Megatrends Altersvorsorge. Wer beim Vertrieb von Altersvorsorge-Produkten die besten Kanäle nutzt, wird künftig zu den Gewinnern zählen. Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle begründete die Übernahme-Offerte des Assekuranz-Giganten in der Tat vor allem mit dem enormen Marktpotenzial der privaten Altersvorsorge in Deutschland.

Mit Hinweis auf die Bevölkerungsstruktur sehen die Fachleute der Schweizer Rückversicherung für die nächsten 50 Jahre auf dem europäischen Markt für Altersvorsorge-Produkte ein jährliches Wachstum von fünf Prozent. In welche Aktien des Bereichs Altersvorsorge-Finanzdienstleistungen sollten interessierte Anleger heute investieren? Gottfried Heller, Chef der Fiduka Depotverwaltung GmbH in München, sieht auf internationaler Ebene in den Altersvorsorge-Aktien von Allianz, AXA, ING, Zürich Financial Services, AMB, Fortis, HSBC, Schroders, Skandia, State Street und Aflac chancenreiche Investments.

Von der negativen demographischen Entwicklung in den meisten Industrieländern - einer steigenden Lebenserwartung auf der einen und zugleich fallenden Geburtenraten auf der anderen Seite - werden in Zukunft auch die Aktien von Unternehmen der Bereichen Pharma, Gesundheit, Wellness und Sport überdurchschnittlich profitieren. Denn das Gesundheits-Bewusstsein der Menschheit ist in den vergangenen Jahren immer stärker gestiegen.

Die Akteure an den Börsen haben die in diesem Megatrend liegenden Chancen bereits erkannt. Bei einer theoretischen Rückrechnung der Kurse von Altersvorsorge-Aktien sei deutlich erkennbar, dass die Titel dieser Branchen die Aktienindizes DJ Stoxx sowie Standard & Poors 500 seit Anfang 2000 deutlich hinter sich gelassen haben, sagt Stefan Kunze von ABN Amro in Frankfurt. Die Bank hat kürzlich ein Zertifikat auf einen Altersvorsorge-Index auf den Markt gebracht.

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