Altersteilzeit : IG Metall und Arbeitgeber einigen sich

Der Streit ist beigelegt: Die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall haben sich in der Frage der Altersteilzeit geeinigt. Das Ergebnis soll Vorreiter für die übrigen Metallarbeitgeberverbände in Deutschland sein.

Metallindustrie
Viele Beschäftigte in der Metallindustrie können nicht bis zum Rentenalter arbeiten -Foto: dpa

StuttgartWie die IG Metall am Mittwochabend nach der achten Gesprächsrunde in Sindelfingen mitteilte, einigten sich beide Seiten auf einen Tarifvertrag, der ab 2010 für die rund 800.000 Arbeitnehmer in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie gelten soll. Darin sei ein Anspruch auf Altersteilzeit für bis zu vier Prozent der Beschäftigten festgelegt worden. Zudem sieht er den Angaben zufolge Modelle für eine vier- oder sechsjährige Altersteilzeit vor.

Die neue Altersteilzeit im Pilotbezirk Baden Württemberg sei ein wichtiger Meilenstein "für jung, für alt, für alle Beschäftigten", erklärte IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann. "Wir konnten den Beschäftigten einen Anspruch auf Altersteilzeit sichern. Damit haben wir unser wichtigstes Ziel erreicht." Die Arbeitgeber seien mit ihrem Versuch gescheitert, die Zahl der Anspruchsberechtigten "herunter zu definieren", sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Helga Schwitzer.

Hohe körperliche Belastung

Die Verhandlungen waren nötig geworden, da Ende 2009 die bisher von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Altersteilzeit ausläuft. Dann müssen die Unternehmen selbst Vorruhestandsregelungen für ihre Belegschaften finanzieren. Für die Metaller ist die Altersteilzeit wichtig, weil sie wegen der teilweise hohen körperlichen Belastung häufig nicht bis zum Rentenalter arbeiten können.

Über das Ergebnis des nun gefundenen Abschlusses wollte am Donnerstag die Große Tarifkommission der IG Metall beraten. Der erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Berthold Huber, unterstrich den möglichen Pilotcharakter der Einigung in Baden-Württemberg. "Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass es in dieser Republik noch einen Metallarbeitgeberverband gibt, der sich jetzt weigert", erklärte er. Die IG Metall wolle eine Übernahme. (mfa/AFP)

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