Wirtschaft : Altersvorsorge: Bankenverband sieht noch Mängel bei Rentenreform-Plänen

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Im aktuellen Gesetzesentwurf zur Rentenreform gibt es nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Banken noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. "Wir befürworten zwar eine schnelle Reform der Rentenversicherung, bisher gibt es aber noch zu viele handwerkliche Mängel", sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Weber zu den Plänen, die nächste Woche im Kabinett verabschiedet werden sollen. Aus einer falsch verstandenen Fürsorge wolle die Regierung den Bürgern zu sehr vorschreiben, wie sie ihre private Altersvorsorge aufbauen und später verwenden sollten.

Auf den ersten Blick mache es zwar Sinn, dem Anleger zu garantieren, dass er wenigstens die eingezahlten Beiträge einmal zurückerhält. Damit ginge ihm aber auch Geld verloren. Denn Kapitalanlagegesellschaften dürften die Garantien nicht selbst erteilen, sondern müssten sie bei Dritten, etwa Banken, einkaufen. Dies koste im Jahr zwischen 1,5 und zwei Prozent an Rendite. Anstatt beispielsweise nach 25 oder 30 Jahren über ein Altersvorsorgevermögen von 300 000 Mark zu verfügen, blieben nur 210 000 Mark übrig. Abgesehen davon habe sich nach einer Untersuchung des Bankenverbandes seit 1970 bei keinem Fonds mit Schwerpunkt Deutschland eine Negativrendite ergeben. Weber hält auch nichts davon, dass die Auszahlung der privaten Altersvorsorge nur in gleichbleibenden oder steigenden monatlichen Raten erfolgen dürfe. Dies entspreche nicht den Bedürfnissen vieler Rentner.

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