Altersvorsorge : Finanzkrise belastet Rentner mit rund 200 Milliarden Euro

Die Finanzkrise belastet auch die Altersvorsorge. Nach einer aktuellen Studie sind die Auswirkungen jedoch geringer als gemeinhin befürchtet.

Danach sinkt der Rentenwert bis 2050 um 2,7 Prozent und die gesamte Rentensumme um 200 Milliarden Euro. Dies geht aus einer Studie von Professor Bernd Raffelhüschen und Johannes Vatter von der Universität Freiburg im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment hervor.

Die Verluste bewegten sich in überschaubarem Rahmen, heißt es in der am Montag vorgelegten Studie, sowohl in der gesetzlichen wie auch in der kapitalgedeckten Vorsorge. Die gesetzliche Rentenversicherung sei aber von der Krise und vom Rückgang der Wirtschaftsleistung stärker betroffen. Die Minderung der Altersrenten bis 2050 beziffert Raffelhüschen mit rund 200 Milliarden Euro oder drei Prozent aller Anwartschaften. Ältere müssten mit Renditeeinbußen von bis zu 0,1 Prozent pro Jahr rechnen, bei den Jüngeren gebe es faktisch keine Veränderung des Rentenniveaus. „Verglichen mit der Gesamtsumme der bis zum Jahr 2050 zu zahlenden Altersrenten von knapp 7000 Milliarden Euro, relativiert sich diese Zahl jedoch erheblich“, betonte Raffelhüschen. Viel entscheidender für die zukünftigen Renten als die jüngste Krise seien politische Entscheidungen. Und sollte das Wachstum in den nächsten Jahren und Jahrzehnten schwächer ausfallen als bislang erwartet, könnten sich die Einbußen noch bis auf 370 Milliarden Euro erhöhen. Für die private Vorsorge fallen die Verluste nach Angaben von Raffelhüschen geringer aus, weil zum Altersvorsorgevermögen auch Immobilienvermögen zähle, das von der Krise weniger tangiert sei.

Im Schnitt liege der Renditerückgang pro Haushalt bei rund drei Prozent. Allerdings sei die Bandbreite erheblich. Auch hier seien Sparer zwischen 45 und 65 stärker betroffen als Jüngere. Raffelhüschen zufolge zehrt die private Altersvorsorge allerdings auch von den zum Teil deutlichen Erträgen bei der Aktienanlage vor der Krise. Der Verzicht auf Wertpapiere sei deshalb falsch. „Wer für die Altersvorsorge die notwendigen Realrenditen erzielen will, kommt auch zukünftig nicht ohne die Aktienanlage aus“, ist sich Raffelhüschen sicher. ro

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