Wirtschaft : Altersvorsorge: Frauen kümmern sich zu wenig um ihre Absicherung im Alter

sam

Bei drei Vierteln der 30- bis 59-jährigen Frauen in Deutschland wird die Altersvorsorge nicht ausreichen, um den Finanzbedarf im Ruhestand zu decken. Das fanden die Marktforscher der psychonomics AG im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) heraus. Frauen, die sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen, müssen der Studie zufolge im Alter mit einer Versorgungslücke von durchschnittlich 1000 Mark rechnen.

"Die individuelle Vorsorge ist für Frauen noch weitaus dringlicher als für Männer", betont der Sprecher des DIA, Bernd Katzenstein. Frauen haben meist geringere Rentenansprüche, weil sie weniger verdienen als Männer und ihre Berufstätigkeit für Babypausen unterbrechen. Oft kehren sie nicht voll ins Berufsleben zurück, sondern weichen auf Halbstagsstellen und 630-Mark-Jobs aus. Außerdem leben Frauen in der Regel länger als Männer und beziehen deshalb auch länger Rente.

Rund 20 Prozent der befragten Frauen überschätzen ihren Anspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung um mehr als die Hälfte, bei den Männern sind es nur zehn Prozent. Die meisten sind sich jedoch darüber im Klaren, dass ihre Absicherung für den Ruhestand nicht ausreicht. Trotzdem sorgen Frauen tendenziell in geringerem Maß privat vor als Männer, ergab die Untersuchung des DIA. Dabei fühlt sich der Großteil von ihnen selbst für die Altersvorsorge verantwortlich.

Die Hälfte der befragten Frauen hat sich allerdings noch kaum mit der Absicherung für den Ruhestand auseinandergesetzt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Ein Drittel hat keine Lust, sich heute schon um die Vorsorge für das Alter zu kümmern. Viele Frauen fühlen sich auch von der Flut der Versorgungsangebote überfordert. Außerdem sind die meisten Befragten nicht dazu bereit, sich jetzt zu sehr für ihre Alterssicherung einzuschränken.

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