Wirtschaft : Altersvorsorge ist Zauberwort des Marketings

GERHARD KUTSCHER

Die Fondsbranche stockt den Werbeetat auf / Wettbewerb wird härter, die Konkurrenz wächstVON GERHARD KUTSCHER (HB)Die Perspektiven für die Fondsbranche seien außerordentlich gut.Doch der Wettbewerb werde immer härter, stellt Rolf Passow, Sprecher der Geschäftsführung des DIT Deutscher Investment-Trust, fest.Vor allem ausländische Anbieter zielten verstärkt auf den deutschen Markt.Aber auch inländische Kapitalanlagegesellschaften intensivierten ihre Marketingbemühungen.Passow schätzt, daß allein die großen deutschen Fondsgesellschaften 1997 für Werbung 60 bis 80 Mill.DM ausgegeben haben. Der Werbeaufwand dürfte weiter wachsen.Aber Branchenbeobachter rechnen fest damit, daß ihn die Einführung der Altersvorsorge-Sondervermögen (AS) kräftig nach oben treiben wird.Dafür werde auch eine breit angelegte Informationskampagne der Fondsgesellschaften über ihre Interessenvertretung, den Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften (BVI), zu den seit 1.April zugelassenen AS beitragen.Daneben wollen zumindest alle größeren Gesellschaften massiv für die von ihnen konzipierten AS-Produkte werben. Aber nicht nur innerhalb der Fondsbranche hat sich der Wettbewerb nach Darstellung von Passow spürbar verschärft.Auch Anlageangebote aus anderen Segmenten des Finanzdienstleistungsgewerbes sorgten für eine immer härtere Konkurrenz.Es gebe kaum noch einen Anbieter, der seine Produkte nicht auch unter dem Vorzeichen "Altersvorsorge" offeriert, konstatierte der Chef der Dresdner Bank Investmentgruppe. In dieser Situation werde es für die deutschen Kapitalanlagegesellschaften zunehmend wichtiger, neue Produkte und Strategien sehr sorgfältig vorzubereiten.Passow: "Mehr denn je bedürfen die verschiedenen Maßnahmen des Marketing heute einer fundierten Basis.Sei es nun die Produktpolitik, der Service oder Werbe- und Kommunikationsstrategien - sie können nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn detaillierte Erkenntnisse über die Zielgruppe des jeweiligen Unternehmens vorliegen".Dies sagte Passow bei der Vorstellung einer vom Freizeit-Forschungsinstitut der British American Tobacco erarbeiteten Studie.Sie versucht Antwort auf die Frage zu geben, wie die Lebensqualität - und nicht nur der Lebensstandard - auch im hohen Alter gesichert werden kann.Die demographische Entwicklung in Deutschland habe starke Zweifel an der gesetzlichen Rente als dem bisherigen Garanten für eine Absicherung im Ruhestand aufkommen lassen.Die daraus resultierende Notwendigkleit privater Altersvorsorge eröffne für die Fondsbranche neue geschäftliche Dimensionen, "wie sie bislang kaum bestanden". Der DIT habe sich das Ziel gesetzt, sich nachhaltig als ein Markenartikler auf dem Gebiet der Geldanlage für Altersvorsorge zu etablieren.Seine Überzeugung, daß die Perspektiven für die Fondsbranche außerordentlich gut sind, untermauerte Passow zudem mit dem Hinweis auf die Bildung neuen Geldvermögens in einer jährlichen Größenordnung von 240 Mrd.DM.Der Geldvermögensbestand habe sich Ende 1996 auf knapp 5 Billionen DM belaufen und sich seit 1980 mehr als verdreifacht.

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