Wirtschaft : Am richtigen Ort

Weltweit gibt es 5000 Studiengänge zum Master of Business Administration. Die Auswahl ist mühsam – wer an den Schulen nachhakt, wird aber schnell fündig

Stefani Hergert
Ganz oben. Die Business School Insead in Fontainebleau, 60 Kilometer von Paris, gehört zu den besten MBA-Anbietern weltweit. Foto: Insead
Ganz oben. Die Business School Insead in Fontainebleau, 60 Kilometer von Paris, gehört zu den besten MBA-Anbietern weltweit. Foto:...

Die Auswahl ist riesig. Mehr als 5000 MBA-Programme buhlen weltweit um die Gunst der Interessenten, weit mehr als 200 sind es in Deutschland. Wer mehrere zehntausend Euro für den MBA oder gar mehr als 100 000 Euro für den Executive MBA ausgibt, sollte sich genau überlegen, ob er das richtige Programm an der richtigen Schule gefunden hat. Dafür braucht es vor allem: viel Zeit und die richtigen Fragen.

Denn vor allem die Top-Schulen können sich auch in der Krise vor Bewerbungen kaum retten. In Harvard, bei Insead & Co. angenommen zu werden, ist noch immer schwer. Das heißt aber nicht, dass diese Schulen für jeden die richtige Wahl sind. Denn das Profil eines MBA-Programms muss zum Bewerber genauso passen wie andersherum. Eine gründliche Recherche steht daher am Anfang der Suche. Die Business Schools veröffentlichen eine Fülle von Daten und Erfahrungsberichten auf ihren Webseiten und in Broschüren. Damit kann man sich grundlegende Informationen beschaffen.

An einer Business School kann man sich nicht einfach einschreiben – man bewirbt sich mit Essays und Empfehlungsschreiben. Zwar sollten Bewerber dabei authentisch bleiben, dennoch kann es nicht schaden, bei den Schulen auch direkt nachzufragen, worauf sie Wert legen. Die Mitarbeiter in den Zulassungsbüros („Admissions office“) sind dafür die richtigen Ansprechpartner. Sie sind es auch, die Bewerber auf MBA-Messen antreffen, die regelmäßig etwa in München oder Frankfurt stattfinden.

Noch besser ist es jedoch, mit ehemaligen Studenten, den Alumni, zu sprechen. Sie haben die Bewerbung ja auch gemeistert und das Studium abgeschlossen und geben gerne Tipps. Und viele der Business Schools bringen zu den Messen Alumni mit. „Mir war das enorm wichtig“, sagt Rajus Augustine, der gerade sein MBA-Studium an der Cranfield School of Management abgeschlossen und während seiner Entscheidungsphase für das Programm verschiedene MBA-Messen besucht hat.

Die richtigen Fragen stellen kann aber nur, wer sich bereits einen ersten Überblick verschafft hat und einige MBA-Schulen in der engeren Auswahl hat. Augustine hatte die Fakten der Programme im Kopf, die für ihn infrage kamen. Auf das Alter der Studenten, ihre Berufserfahrung, die Internationalität des Programms und der Ruf der Professorenschaft legte er Wert.

Damit sich auch die Schulvertreter schnell ein besseres Bild machen konnten, nahm der heute 34-Jährige auch Zeugnisse und Bewerbungsunterlagen zur Messe mit. Die Mitarbeiter aus den Zulassungsbüros sehen so schnell, ob das Profil passt, welches Programm geeignet ist und welche Schwächen im Lebenslauf erklärt werden müssen.

Ein bis zwei Jahre Vorlauf empfehlen Experten für eine MBA-Bewerbung. Im Frühjahr gehen daher viele auf die Messen, um sich über Anbieter und Studiengänge zu informieren. Im Herbst wissen sie meist schon mehr und stellen gezielt Fragen. Darauf haben sich auch die Mitarbeiter der Schulen eingestellt.

Doch wer nur Basis-Informationen abfragen will, der zeigt auch, dass er sich bis dahin noch nicht ernsthaft mit dem MBA beschäftigt hat. (HB)

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