Wirtschaft : Am Urlaub wird gespart

Deutsche wollen auf Kurztrips verzichten

Stuttgart - Die Reiseausgaben der Bundesbürger dürften im laufenden Jahr erstmals nach acht Jahren wieder sinken. Nach einer am Dienstag in Stuttgart veröffentlichten Studie der Dresdner Bank werden 2009 wegen der Finanzkrise die Ausgaben der deutschen Touristen gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent auf 60,5 Milliarden Euro zurückgehen.

„Das Jahr 2009 könnte ein Spätbucherjahr werden, weil sich die Kunden in Krisenzeiten erst einmal über ihre eigene aktuelle wirtschaftliche Lage sicher sein wollen“, sagte der Tourismusexperte der Bank, Hans-Peter Muntzke, auf der Tourismusmesse CMT. Die Zweit- oder Drittreise dürfte dem Rotstift zum Opfer fallen. Darunter dürfte der Städtetourismus leiden, sagte der Tourismusexperte. Die Studie des Instituts gilt als ein wichtiges Trendbarometer der Branche vor der Tourismusmesse ITB im März in Berlin.

„Der Haupturlaub der Deutschen steht eher nicht zur Disposition“, sagte Muntzke weiter. Deshalb dürften die Bundesbürger im laufenden Jahr Reiseweltmeister bleiben. Diesen Titel tragen die Deutschen schon seit einigen Jahren, gefolgt von den USA, Großbritannien und Frankreich. Während die Einnahmen durch Reisende im vergangenen Jahr in Deutschland noch um ein Prozent auf rund 26,5 Milliarden Euro gestiegen waren, geht die Dresdner Bank nun davon aus, dass die Reiseeinnahmen in Deutschland im Jahr 2009 um zwei Prozent sinken werden. „Das Reisejahr 2009 könnte zu einem All-inclusive-Jahr werden“, sagte Muntzke voraus. In Zeiten einer größeren Unsicherheit sei dem Reisenden eine sichere Kalkulation der Kosten wichtig.

Die USA werde auch 2009 wie schon im Jahr zuvor wegen des Dollarkurses auf der Sonnenseite bei den deutschen Touristen stehen. Insgesamt dürften allerdings Fernreiseziele an Bedeutung verlieren, nahegelegene Reiseziele gewinnen, „weil hier die Kosten besser eingeschätzt werden können“, sagte Muntzke. Vergleichsweise teure Urlaubsländer wie Spanien, Italien, Griechenland und Portugal dürften im Reisejahr 2009 unter den Sparzwängen der Deutschen leiden, während die Türkei, Ägypten und Osteuropa aufgrund günstigerer Angebote Auftrieb erhalten könnten. Die beliebtesten Reiseziele der Deutschen dürften aber auch wie schon 2008 Spanien, Österreich und Italien bleiben, sind sich die Experten der Dresdner Bank sicher. dpa

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